(Kiel) Wählt der ver­hei­ra­te­te Schuld­ner ohne einen sach­li­chen Grund die Steu­er­klas­se V, kann dies einen Ver­stoß gegen die Erwerbs­ob­lie­gen­heit dar­stel­len.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ist die Kon­se­quenz eines am 25.03.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschlus­ses des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 05.03.2009  — AZ.: IX ZB 2/07 -.


In dem Fall wur­de die Rechts­be­schwer­de der Schuld­ne­rin gegen einen Beschluss des Land­ge­richts Wup­per­tal als unzu­läs­sig ver­wor­fen. Der Antrag auf Gewäh­rung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe zur Durch­füh­rung der Rechts­be­schwer­de gegen den vor­ge­nann­ten Beschluss wird abge­lehnt.


Die von der Rechts­be­schwer­de auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge, ob ein ver­hei­ra­te­ter Schuld­ner ver­pflich­tet sei, im Rah­men der Erwerbs­ob­lie­gen­heit auf die Wahl einer geeig­ne­ten Steu­er­klas­se zu ach­ten, sei bereits  geklärt. Wäh­le der ver­hei­ra­te­te Schuld­ner ohne hin­rei­chen­den sach­li­chen Grund eine für den Gläu­bi­ger ungüns­ti­ge Steu­er­klas­se, kön­ne dar­in ein Ver­stoß gegen die Erwerbs­ob­lie­gen­heit lie­gen.


Dies ste­he in Ein­klang mit der Ansicht des Senats zu § 4c Nr. 5 InsO. Danach sei dem Schuld­ner in Hin­blick auf eine Ver­fah­rens­kos­ten­stun­dung zuzu­mu­ten, in die Steu­er­klas­se IV zu wech­seln, um sein liqui­des Ein­kom­men zu erhö­hen, wenn er ohne einen sach­li­chen Grund die Steu­er­klas­se V gewählt habe, um sei­nem nicht insol­ven­ten Ehe­gat­ten die Vor­tei­le der Steu­er­klas­se III zukom­men zu las­sen. Nach den Grund­sät­zen der Indi­vi­du­alzwangs­voll­stre­ckung ist in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 850h Abs. 2 ZPO eben­falls eine miss­bräuch­li­che Steu­er­klas­sen­wahl den Gläu­bi­gern gegen­über unbe­acht­lich.
Ent­ge­gen der Ansicht der Rechts­be­schwer­de ver­stie­ßen die­se Grund­sät­ze auch nicht gegen Art. 6 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes (GG).


Das Beschwer­de­ge­richt hat unter Berück­sich­ti­gung der vor­ge­nann­ten Grund­sät­ze das Bei­be­hal­ten der Steu­er­klas­se V als Oblie­gen­heits­ver­let­zung nach § 295 Abs. 1 Nr. 1, § 296 Abs. 1 Satz 1 InsO beur­teilt. Dies sei eine zuläs­si­ge tatrich­ter­li­che Bewer­tung, die ein­zel­fall­be­zo­gen sei und jeden­falls kei­ne sym­pto­ma­ti­schen Rechts­feh­ler auf­wei­se.
Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Jörg Pas­sau
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