(Kiel) Bei einer an die All­ge­mein­heit gerich­te­ten Wer­bung muss der End­preis inklu­si­ve Umsatz­steu­er auch dann ange­ge­ben wer­den, wenn der Anbie­ter kei­ne Ver­trä­ge mit pri­va­ten End­ver­brau­chern schließt.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt und Mit­glied der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV) unter Hin­weis auf ein am 09.11.2010 bekannt gege­be­nes Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 29.04..2010 (Az. I ZR 99/08).


In dem ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Gebraucht­wa­gen­händ­ler im Inter­net auf der Platt­form “mobile.de” Autos zum Kauf ange­bo­ten und dabei den Kauf­preis ohne Umsatz­steu­er ange­ge­ben. In den zuge­hö­ri­gen Ange­bots­be­schrei­bun­gen waren die Hin­wei­se “Preis Export-FCA” bzw. “Preis-Händ­ler-Export FCA” ent­hal­ten, die aus Sicht des Händ­lers deut­lich machen soll­ten, dass ein Ver­kauf aus­schließ­lich an Händ­ler bzw. für den Export ins Aus­land erfolgt. Vor die­sem Hin­ter­grund berief sich der Händ­ler dar­auf, dass die Preis­an­ga­ben­ver­ord­nung, die die Pflicht zur Anga­be von End­prei­sen ein­schließ­lich Umsatz­steu­er vor­sieht, in sol­chen Fäl­len nicht anwend­bar ist.


Nach Ansicht des BGH kommt es für die Fra­ge der Anwend­bar­keit der Preis­an­ga­ben­ver­ord­nung jedoch nicht dar­auf an, an wel­chen Abneh­mer­kreis der Wer­ben­de sei­ne Wer­be­an­zei­ge rich­ten will, son­dern allein dar­auf, wie die durch die Wer­bung ange­spro­che­nen Per­so­nen die­se ver­ste­hen. Bei für jeder­mann zugäng­li­chen Inter­net­an­ge­bo­ten ist nach Ansicht der Rich­ter davon aus­zu­ge­hen, dass die­se sich immer dann auch an Pri­vat­ab­neh­mer rich­ten, wenn eine Beschrän­kung auf Wie­der­ver­käu­fer nicht unmiss­ver­ständ­lich erfolgt. Vor die­sem Hin­ter­grund wur­den in dem ent­schie­de­nen Fall die Hin­wei­se “Preis Export-FCA” bzw. “Preis-Händ­ler-Export FCA” als für den durch­schnitt­li­chen Ver­brau­cher nicht aus­rei­chend ver­ständ­lich beur­teilt, so dass die Wer­be­maß­nah­men man­gels wirk­sa­mer Beschrän­kung auf gewerb­li­che Abneh­mer den Vor­ga­ben der Preis­an­ga­ben­ver­ord­nung ent­spre­chen müs­sen.


Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz weist hier­bei aus­drück­lich dar­auf hin, dass es für das Gericht dabei uner­heb­lich war, dass der Gebraucht­wa­gen­händ­ler die bewor­be­nen Autos nicht an pri­va­te End­ver­brau­cher ver­kauft hät­te: “Durch die Anga­be des Prei­ses ohne Umsatz­steu­er erschie­nen die Prei­se  der ande­ren Mit­be­wer­ber, die auf der Inter­net­platt­form Autos anbo­ten und dabei die Umsatz­steu­er ord­nungs­ge­mäß berück­sich­tig­ten, teu­rer. Allein der Umstand, dass die Ange­bo­te der ande­ren Anbie­ter hier­durch in ein ungüns­ti­ges Licht gerückt wur­den, führt schon zu einer Beein­träch­ti­gung des Wett­be­werbs.”


Händ­lern, die ihre Leis­tun­gen aus­schließ­lich gegen­über Wie­der­ver­käu­fern anbie­ten, emp­fiehlt Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz daher, gera­de im Inter­net die­se ent­we­der auf Platt­for­men anzu­bie­ten, die für pri­va­te End­ver­brau­cher nicht zugäng­lich sind, oder aber die Beschrän­kung der Ziel­grup­pe der Wer­bung unmiss­ver­ständ­lich deut­lich zu machen: “Ein sol­cher Hin­weis muss so for­mu­liert sein, dass er auch für den durch­schnitt­li­chen End­ver­brau­cher ver­ständ­lich ist, wie bei­spiels­wei­se die Klar­stel­lung Ver­kauf aus­schließ­lich an Händ­ler\”.


Bei der Gestal­tung sol­cher Wer­be­maß­nah­men kann daher eine vor­he­ri­ge anwalt­li­che Bera­tung emp­feh­lens­wert sein, um ein recht­li­ches Risi­ko zu ver­mei­den. In die­sem Zusam­men­hang ver­weist Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz u. a. auch auf die auf Wett­be­werbs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechtsanwälte/ ‑innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. www.mittelstands-anwaelte.de

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