(Kiel) Ein Anbie­ter von Mobil­funk­leis­tun­gen darf in sei­nen all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) kei­ne Gebühr für die Aus­zah­lung von Rest­gut­ha­ben bei der Been­di­gung eines Pre­paid-Mobil­funk­ver­tra­ges ver­lan­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richts (OLG) zu sei­nem Urteil vom 27.03.2012, Az.: 2 U 2/11.

Der kla­gen­de Bun­des­ver­band for­der­te den Mobil­funk­an­bie­ter mit Sitz in Schles­wig-Hol­stein auf, ver­schie­de­ne Klau­seln in sei­nen all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen für Ver­trä­ge über Mobil­funk­leis­tun­gen zu unter­las­sen, weil die­se aus sei­ner Sicht den Kun­den unan­ge­mes­sen benach­tei­lig­ten. Hier­bei han­del­te es sich unter ande­rem um ein “Dienst­leis­tungs­ent­gelt” in Höhe von 6 Euro, das bei Been­di­gung eines Pre­paid-Mobil­funk­ver­tra­ges für die Aus­zah­lung des Rest­gut­ha­bens erho­ben wur­de. Wei­ter­hin bean­stan­de­te der kla­gen­de Bun­des­ver­band, dass für alle Ver­trä­ge über Mobil­funk­leis­tun­gen (soge­nann­te Pre­paid-Tari­fe und Post­paid-Tari­fe) nach der Preis­lis­te des Mobil­funk­an­bie­ters fol­gen­de Gebüh­ren erho­ben wur­den: für eine “Rück­last­schrift in Ver­ant­wor­tung des Kun­den” ein Betrag von 19,95 Euro und als “Mahn­ge­bühr” ein Betrag von 9,95 Euro.

Da der Mobil­funk­an­bie­ter sei­ne all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen nicht änder­te, klag­te der Bun­des­ver­band vor Gericht. In ers­ter Instanz gab das Land­ge­richt Kiel der Kla­ge statt. Hier­ge­gen leg­te der Mobil­funk­an­bie­ter vor dem Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richt Beru­fung ein, die nun abge­wie­sen wur­de, so Klar­mann.

Die bean­stan­de­ten Klau­seln in den all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen sind unwirk­sam, weil sie die Kun­den ent­ge­gen den Gebo­ten von Treu und Glau­ben unan­ge­mes­sen benach­tei­li­gen.

Der Kun­de hat nach Been­di­gung des Mobil­funk­ver­tra­ges einen Anspruch auf Rück­zah­lung eines Pre­paid-Gut­ha­bens, auch ohne dass dies in den Ver­trags­be­din­gun­gen geson­dert gere­gelt ist. Damit ist die Aus­zah­lung des Rest­gut­ha­bens kei­ne ech­te Leis­tung, für die der Mobil­funk­an­bie­ter ein Ent­gelt ver­lan­gen kann. Er räumt gera­de nicht “groß­zü­gi­ger Wei­se” einen Anspruch auf Aus­zah­lung des Gut­ha­bens ein, son­dern ver­sucht über das Ent­gelt Auf­wen­dun­gen für die Erfül­lung eige­ner Pflich­ten auf den Kun­den abzu­wäl­zen. Dies ist mit dem wesent­li­chen Grund­ge­dan­ken der gesetz­li­chen Rege­lung nicht ver­ein­bar.

Gebüh­ren von 9,95 Euro pro Mah­nung und 19,95 Euro pro Rück­last­schrift sind über­höht. Sie über­stei­gen den nach dem “gewöhn­li­chen Lauf der Din­ge zu erwar­ten­den Scha­den”. Eine Mah­nung ver­ur­sacht als sol­che nur Kos­ten für das Fer­ti­gen und den Aus­druck eines ange­sichts der heu­ti­gen Ratio­na­li­sie­rungs­mög­lich­kei­ten durch ein Com­pu­ter­pro­gramm vor­ge­fer­tig­ten Schrei­bens, für Papier und Umschlag, antei­li­ge Per­so­nal­kos­ten für das “Ein­tü­ten” sowie Por­to­kos­ten. Selbst bei groß­zü­gigs­ter Behand­lung ergibt sich nicht im Ansatz ein Betrag von 9,95 Euro. Bei einer Rück­last­schrift erge­ben sich Bank­ge­büh­ren in Höhe von höchs­tens 8,11 Euro. Hin­zu kämen als Scha­den auf­grund der Rück­last­schrift allen­falls noch die Kos­ten für Aus­druck und Ver­sand eines Kun­den­an­schrei­bens, falls nicht ohne­hin bereits eine Mah­nung erfolgt.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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