(Kiel) Die Ver­mitt­lung pri­va­ter Sport­wet­ten kann nach der Ände­rung des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes in Rhein­land-Pfalz ver­bo­ten wer­den.

Das, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz (OVG)  in einem am 27.10.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss vom 23. Okto­ber 2009, Az.: 6 B 10998/09.OVG in einem Eil­ver­fah­ren auf­grund sum­ma­ri­scher Prü­fung.


Die Auf­sichts- und Dienst­leis­tungs­di­rek­ti­on (ADD) hat­te dem in Mainz ansäs­si­gen Antrag­stel­ler mit sofor­ti­ger Wir­kung die Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten unter­sagt. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt erlaub­te Wett­an­bie­tern in der Ver­gan­gen­heit zunächst bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che Sport­wet­ten wei­ter­hin zu ver­mit­teln. Nach der am 22. Dezem­ber 2008 erfolg­ten Ände­rung des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes, der Über­nah­me der Mehr­heit der Geschäfts­an­tei­le der Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH durch das Land Rhein­land-Pfalz und der Umset­zung von Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Spiel­sucht bean­trag­te die ADD eine Abän­de­rung der vor­läu­fi­gen Erlaub­nis pri­va­ter Sport­wet­ten.
Dies lehn­te in ers­ter Instanz das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz ab. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt gab dem Antrag hin­ge­gen statt und bestä­tig­te damit vor­läu­fig das Ver­bot der pri­va­ten Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten, betont Klar­mann.


Das Ver­bot pri­va­ter Sport­wet­ten, wel­ches das Mono­pol der Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH sichern sol­le, sei als Ein­griff in die Berufs­frei­heit der übri­gen Wett­ver­mitt­ler nun­mehr vor­aus­sicht­lich recht­mä­ßig. Das Land Rhein­land-Pfalz habe die Anfor­de­run­gen des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges zur Bekämp­fung der Spiel­sucht umge­setzt und sei damit auch den Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts gefolgt. So dür­fe die Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH zukünf­tig kei­ne Annah­me­stel­len in Spiel­hal­len oder in der Nähe von Schu­len betrei­ben. Das Per­so­nal der Annah­me­stel­len müs­se zuver­läs­sig sein und geschult wer­den, damit es die Anfor­de­run­gen des Jugend­schut­zes sowie des Spie­ler­schut­zes beach­te. Ins­be­son­de­re sol­le es bis zum 31. Dezem­ber 2011 lan­des­weit nur noch 1.150 Annah­me­stel­len geben. Das Ver­an­stal­ten und Ver­mit­teln von Glücks­spie­len im Inter­net sei ver­bo­ten. Gleich­zei­tig wer­de Wer­bung für Glücks­spie­le im Fern­se­hen und im Inter­net unter­sagt. Im Übri­gen müs­se die Wer­bung Hin­wei­se auf die Sucht­ge­fahr ent­hal­ten. Schließ­lich sei­en Bera­tungs­stel­len für Glücks­spiel­süch­ti­ge aus­zu­bau­en.


Beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt sind über 60 wei­te­re Beschwer­den gegen Beschlüs­se aller rhein­land-pfäl­zi­schen Ver­wal­tungs­ge­rich­te anhän­gig, über die in den nächs­ten Wochen ent­schie­den wird.


Klar­mann emp­fahl, die­sen Fall  zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
DASV Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 300
Fax: 0431 – 974 3099
Email: j.klarmann@pani‑c.de
www.pani‑c.de