(Kiel) Ein Rei­se­ver­an­stal­ter ist ver­pflich­tet, einen Kun­den vor Ver­trags­schluss dar­auf hin­zu­wei­sen, dass im Urlaubs­land stren­ge Ein­fuhr­be­stim­mun­gen für Medi­ka­men­te gel­ten.

Dies gilt jeden­falls dann, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Land­ge­richts (LG) Ber­lin vom 26. Okto­ber 2011 zu sei­nem Urteil vom vom 10. Okto­ber 2011 – Az.: 38 O 43/11 -, wenn die ent­spre­chen­den Rege­lun­gen für den Ver­an­stal­ter leicht über die Inter­net­sei­te des Aus­wär­ti­gen Amtes zu ermit­teln sind. Die Auf­klä­rungs­pflicht ergibt sich dar­aus, dass der Ver­an­stal­ter nach Treu und Glau­ben gehal­ten ist, den Ver­trags­part­ner auf alle leicht erkenn­ba­ren Umstän­de hin­zu­wei­sen, die den Ver­trags­zweck ver­ei­teln könn­ten.

Wegen Ver­let­zung die­ser Grund­sät­ze hat die Zivil­kam­mer 38 des Land­ge­richts Ber­lin einen Rei­se­ver­an­stal­ter nun zur teil­wei­sen Rück­zah­lung der Rei­se­kos­ten als Scha­dens­er­satz ver­ur­teilt, so Klar­mann.

Der Kun­de hat­te eine Pau­schal­rei­se nach Dubai für sich und sei­ne Fami­lie gebucht und bezahlt. Als er vor der Abrei­se von einem grund­sätz­li­chen Ein­fuhr­ver­bot für zahl­rei­che Medi­ka­men­te in die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te (VAE) erfuhr, kün­dig­te er den Ver­trag und focht ihn hilfs­wei­se an mit der Begrün­dung, sei­ne Frau sei auf die Ein­nah­me bestimm­ter Medi­ka­men­te ange­wie­sen, deren Ein­fuhr in die VAE nicht sicher­ge­stellt sei. Bei pflicht­ge­mä­ßem Hin­weis durch den Ver­an­stal­ter hät­te er die Rei­se nicht gebucht oder sich jeden­falls recht­zei­tig um ein Attest für sei­ne Frau geküm­mert. Dem ist das Land­ge­richt mit der Begrün­dung gefolgt, der Ver­an­stal­ter hät­te Hin­wei­se auf Pro­ble­me mit der Medi­ka­men­ten­ein­fuhr ohne Pro­ble­me auf der Inter­net­sei­te des Aus­wär­ti­gen Amtes fin­den kön­nen und den Kun­den ent­spre­chend war­nen müs­sen. Aller­dings tref­fe den Kun­den ein Mit­ver­schul­den, so das Gericht: Auch er hät­te sich in Kennt­nis der Krank­heit sei­ner Frau eigen­stän­dig um Ein­fuhr­be­stim­mun­gen küm­mern müs­sen. Das Mit­ver­schul­den des Kun­den bewer­te­te das Land­ge­richt mit einem Drit­tel.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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