(Kiel) Die rhein­land-pfäl­zi­sche Lan­des­re­gie­rung hat am 25.08.2009 in Mainz beschlos­sen, ein Gut­ach­ten zu Rechts­fra­gen, die den Inter­net­dienst Goog­le Street View betref­fen,  ein­zu­ho­len.

Dar­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Fach­an­walt für Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht Horst Leis, LL. M., von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Minis­te­ri­ums der Jus­tiz, Rhein­land-Pfalz vom 25.08.2009.


Nach der Mit­tei­lung soll “das Gut­ach­ten unter­su­chen, wie sich die Zuläs­sig­keit des Vor­ge­hens von Goog­le Street View nach gel­ten­dem Recht beur­teilt, ins­be­son­de­re unter Berück­sich­ti­gung daten­schutz­recht­li­cher Bestim­mun­gen, des Rechts am eige­nen Bild, des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts und des Schut­zes der Pri­vat­sphä­re”. Mit der Erstel­lung des Gut­ach­tens sol­len Herr Pro­fes­sor Tho­mas Drei­er und Frau Pro­fes­so­rin Indra Spiecker vom Insti­tut für Infor­ma­ti­ons- und Wirt­schafts­recht der Uni­ver­si­tät Karls­ru­he beauf­tragt wer­den.


Der rhein­land-pfäl­zi­sche Jus­tiz­mi­nis­ter Bam­ber­ger unter­strich, so Leis, dass die voll­stän­di­ge Erfas­sung des Wohn­um­fel­des von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern und die welt­wei­te Ver­brei­tung über das Inter­net von vie­len als per­sön­li­che Beein­träch­ti­gung und als Ein­schrän­kung des Rechts auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung emp­fun­den wer­de. Des­halb müss­ten die Mög­lich­kei­ten einer wei­te­ren Stär­kung der Rech­te der Betrof­fe­nen geprüft wer­den. “Die Pri­vat­sphä­re der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger muss auch von Inter­net-Diens­ten respek­tiert wer­den”, habe Bam­ber­ger betont.


Zur wei­te­ren Infor­ma­ti­on:


Seit eini­gen Mona­ten wird in Deutsch­land Bild­ma­te­ri­al über Stra­ßen und sons­ti­ge Orte erfasst, um die­se Infor­ma­tio­nen über das Inter­net welt­weit inter­es­sier­ten Nut­zern zur Ver­fü­gung zu stel­len. “Street view” soll ergän­zend zu den bereits der­zeit vor­han­de­nen Inter­net­an­ge­bo­ten “Goog­le maps” und “Goog­le earth” eine zusätz­li­che Dimen­si­on der Wahr­neh­mung eröff­nen, indem es Nut­zern ermög­licht, einen Stand­ort so zu betrach­ten, als stün­de man selbst auf der Stra­ße.


Der­zeit wer­den ent­spre­chen­de Auf­zeich­nun­gen über ein­zel­ne Stra­ßen­zü­ge vor allem in grö­ße­ren Städ­ten Deutsch­land ange­fer­tigt. Nach Dar­stel­lung von Goog­le han­delt es sich in Rhein­land-Pfalz um die Städ­te Mainz, Kai­sers­lau­tern, Koblenz, Trier und Worms, in denen ent­spre­chen­de Auf­zeich­nun­gen erfol­gen. Das Unter­neh­men arbei­tet nach eige­ner Dar­stel­lung aller­dings dar­an, in das Inter­net­an­ge­bot “street view” zukünf­tig auch wei­te­re Gebie­te ein­zu­be­zie­hen. Die Bild­auf­nah­men für Goog­le Street View fer­ti­gen Spe­zi­al­ka­me­ras mit einem 360-Grad-Objek­tiv. Die Kame­ra kann alle zwei Sekun­den ein Foto schie­ßen und so die rela­tiv lücken­lo­se Doku­men­ta­ti­on eines Stra­ßen­zu­ges gewähr­leis­ten.


Da über das Inter­net­an­ge­bot “street view” das Ver­hal­ten ein­zel­ner Per­so­nen beob­ach­tet und ins­be­son­de­re auch das Wohn­um­feld aus­ge­forscht wer­den kann, haben die Daten­schutz­be­hör­den der Län­der eine Rei­he von Maß­nah­men gefor­dert, um den genann­ten Gefah­ren wirk­sam zu begeg­nen. Unter ande­rem haben die Daten­schutz­be­hör­den gefor­dert, dass


• die Gesich­ter von Per­so­nen und von Kfz-Kenn­zei­chen unkennt­lich gemacht wer­den müs­sen,
• auf Antrag auch die Roh­da­ten der Auf­nah­men von Per­so­nen, Grund­stü­cken oder Autos unkennt­lich zu machen sind,
• ein Wider­spruch auch bereits vor der Ver­öf­fent­li­chung ein­ge­legt wer­den kann, und
• dass die Rou­ten der Kame­ra-Autos zukünf­tig öffent­lich ange­kün­digt wer­den, bevor die Fahr­zeu­ge in einer Stadt oder einer Regi­on zum Ein­satz kom­men.


Leis emp­fahl, bei auf­kom­men­den Fra­gen dazu oder Beläs­ti­gun­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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Horst Leis
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Schus­ter Lent­föhr & Zeh
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