(Kiel) Ein neu­es Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Frank­furt am Main (23 U 68/12) stärkt die Posi­ti­on der Kun­den. Rück­zah­lungs­for­de­run­gen von Ban­ken aus Dar­le­hen unter­lie­gen der 3-jäh­ri­gen Ver­jäh­rungs­frist (§§ 195, 199 BGB), wenn die Bank nach Kün­di­gung bzw. Fäl­lig­stel­lung nicht gemahnt hat.

Der dem Urteil zugrun­de lie­gen­de Fall, so der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, stellt sich (ver­ein­facht) wie folgt dar:

Eine Ehe­frau hat­te gemein­sam mit ihrem Ehe­mann im Jahr 2003 bei der Citi­bank (jetzt: Tar­go­bank) ein Ver­brau­cher­dar­le­hen (Raten­kre­dit) auf­ge­nom­men und geriet dann im Fol­gen­den mit den Zah­lungs­ra­ten in Ver­zug. Die Bank kün­dig­te das Dar­le­hen mit Schrei­ben vom 02.07.2004 und stell­te die gesam­te Rest­schuld fäl­lig. Anschlie­ßend geschah nichts mehr. Im Jahr 2010 dann stell­te sich die Bank auf den Stand­punkt, die Zah­lung der Rest­schuld ver­lan­gen zu kön­nen. Die von Rechts­an­walt Hün­lein ver­tre­te­ne Kun­din berief sich auf Ver­jäh­rung per Ende 2007.

Das erst­in­stanz­lich mit der Fra­ge befass­te Land­ge­richt Hanau urteil­te im Sin­ne der Bank; das OLG Frank­furt am Main hob die­ses Urteil aber jetzt auf und gab der Kun­din Recht, betont Hün­lein.

Zunächst unter­schei­det das OLG zwi­schen den ein­zel­nen Zah­lungs­ra­ten und dem Anspruch auf Zah­lung der Rest­schuld. Mit den Raten war die Kun­din in Ver­zug gera­ten. Ansprü­che auf Zah­lung aber waren jeden­falls ver­jährt.

Anders könn­te es sich bei dem Anspruch auf Zah­lung der fäl­lig gestell­ten Rest­schuld ver­hal­ten. Die Ver­jäh­rung des Anspruchs auf Dar­le­hens­rück­zah­lung hät­te auf­grund des § 497 Abs.3 S.3 a.F. BGB gehemmt sein kön­nen. Das wäre der Fall, wenn Ver­zug vor­lä­ge. Ver­zug setzt in der Regel eine Mah­nung vor­aus. Das OLG hat hier­zu ent­schie­den, dass im Kün­di­gungs­schrei­ben der Bank kei­ne Mah­nung gese­hen wer­den kann. Damit wur­de ledig­lich die Rest­schuld zur sofor­ti­gen Zah­lung fäl­lig gestellt. Das genügt nach dem Urteil nicht, denn für eine Mah­nung ist eine Leis­tungs­auf­for­de­rung erfor­der­lich. Die Mah­nung sei auch nicht, so das OLG, hier aus­nahms­wei­se ent­behr­lich gewe­sen.

Da es somit an einem Ver­zug fehlt, war die Ver­jäh­rung nicht gehemmt, die­se trat nach §§ 195, 199 BGB mit Ablauf des 31.12.2007 ein. Die Kun­din muss daher den von der Bank gefor­der­ten Dar­le­hens­be­trag nicht zah­len.

Nach Ein­schät­zung von Fach­an­walt Hün­lein dürf­te es Tau­sen­de von Fäl­len geben, in denen Ban­ken es bei der Kün­di­gung von Raten­kre­di­ten bei einer Fäl­lig­stel­lung der Rest­schuld beließ und kei­ne Mah­nung aus­ge­spro­chen hat. Die For­de­run­gen der Ban­ken auf Rück­zah­lung wären nach die­ser Ent­schei­dung des OLG Frank­furt am Main in allen die­sen Fäl­len ver­jährt.

Wer daher wegen alter bzw. ver­jähr­ter Dar­le­hens­for­de­run­gen von einer Bank oder von einem Inkas­so­un­ter­neh­men in Anspruch genom­men wird, soll­te recht­li­chen Rat ein­ho­len emp­fiehlt Fach­an­walt Hün­lein, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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