(Kiel) Mit Urteil vom 26.10.2012 (4 O 266/12) hat das Land­ge­richt (LG) Gie­ßen einen Finanz- und Ver­si­che­rungs­mak­ler ver­ur­teilt, einem Kun­den, dem er Ver­mö­gens­an­tei­le an der SAMIV AG ver­mit­telt hat­te, den vol­len Anla­ge­be­trag i.H.v. 25.500 € als Scha­dens­er­satz zu zah­len.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel.

Die SAMIV AG (Schweiz) hat bei einer Viel­zahl von Anle­gern meh­re­re Mil­lio­nen Euro Anla­ge­ka­pi­tal ein­ge­wor­ben. Die seit 2003 amtie­ren­de Vor­stand Micha­el Seid­ler wur­de inzwi­schen vom Fürst­li­chen Land­ge­richt in Liech­ten­stein wegen schwe­ren gewerbs­mä­ßi­gen Betrugs zu 9 Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Die SAMIV AG selbst befin­det sich seit 2011 in Kon­kurs, sodass mit einer Rück­zah­lung der Ein­la­gen nicht mehr gerech­net wer­den kann.

Der zugrun­de lie­gen­de Sach­ver­halt ent­spricht offen­bar einem erkenn­ba­ren Mus­ter, wie sich uns dies aus meh­re­ren von Rechts­an­walt Hün­lein ver­tre­te­nen Fäl­len ergibt:

Die SAMIV AG hat über Finanz- und Ver­si­che­rungs­mak­ler in Deutsch­land Kun­den gewor­ben bzw. Ein­la­gen ein­wer­ben las­sen. Die­se Finanz- und Ver­si­che­rungs­mak­ler haben ihren eige­nen, häu­fig lang­jäh­ri­gen Kun­den, deren Ver­trau­en sie genos­sen, emp­foh­len, ihre Erspar­nis­se in Ver­mö­gens­an­tei­le der SAMIV AG (z.B. AFL Anla­ge Nr. 500‑4312) zu inves­tie­ren, obgleich die­se i.d.R. kei­ner­lei Erfah­run­gen im Kapi­tal­an­la­ge­be­reich hat­ten. Hier­bei wur­de den Kun­den neben einer angeb­lich mün­del­si­che­ren Anla­ge ohne jedes Risi­ko auch noch eine garan­tier­te Ver­zin­sung von 8,5 % ver­spro­chen.

Das Land­ge­richt Gie­ßen hat in sei­nem Urteil fest­ge­stellt, so Hün­lein, dass der dort ver­ur­tei­le Finanz­mak­ler im Rah­men der Bera­tung die Risi­ken der Anla­ge bei der SAMIV AG falsch dar­ge­stellt hat.

In der Urteils­be­grün­dung hat das Land­ge­richt Gie­ßen ins­be­son­de­re dar­auf abge­stellt, dass ent­ge­gen der Dar­stel­lung des Finanz­mak­lers es kei­nes­wegs sicher ist, dass bei einer Geld­an­la­ge kein Kapi­tal- oder gar Total­ver­lust­ri­si­ko besteht, wenn das Geld treu­hän­de­risch in Staats- und Indus­trie­an­lei­hen inves­tiert wird. Sowohl bei Staats- als auch bei Indus­trie­an­lei­hen ist sogar ein Total­ver­lust mög­lich, wenn der Schuld­ner bei Fäl­lig­keit nicht zah­lungs­fä­hig ist (all­ge­mei­nes Emit­ten­ten­ri­si­ko). Dabei han­delt es sich auch kei­nes­wegs um eine rein theo­re­ti­sche Mög­lich­keit, son­dern es haben auch vor dem Jahr 2009 schon vie­le Anle­ger auf die­se Wei­se erheb­li­che Sum­men ver­lo­ren. Von einem Ver­mitt­ler von Finanz­dienst­leis­tun­gen darf ein Anle­ger erwar­ten, dass er über die­ses Basis­wis­sen ver­fügt und nicht etwa Erklä­run­gen abgibt, die das Gegen­teil des­sen aus­sa­gen.

Die­ses Urteil dürf­te allen betrof­fe­nen Anle­gern der SAMIV AG Hoff­nung machen, ihre ggf. bereits als ver­lo­ren geglaub­ten Ein­la­gen zumin­dest von den Ver­mitt­lern zurück­for­dern zu kön­nen.

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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