(Kiel) Der 1. Kar­tell­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main hat soeben einer Klä­ge­rin Scha­dens­er­satz wegen der Ver­sa­gung eines Stand­plat­zes auf dem Offen­ba­cher Weih­nachts­markt 2006 zuge­spro­chen.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Frank­furt am Main vom 02.03.2010, Az.: 11 U 35/09 (Kart).


Hin­ter­grund des Rechts­streits war die Tat­sa­che, dass der Ver­an­stal­ter des Offen­ba­cher Weih­nachts­markts die Klä­ge­rin ohne sach­lich gerecht­fer­tig­te Grün­de von der Teil­nah­me am Weih­nachts­markt aus­ge­schlos­sen hat­te. In sei­ner Begrün­dung hat der 1. Kar­tell­se­nat zugleich aus­drück­lich bestä­tigt, dass ent­ge­gen der Auf­fas­sung des beklag­ten Ver­an­stal­ters die ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten der Gewer­be­ord­nung (§ 70 GewO) Gel­tung haben und zu beach­ten sind und es bspw. im Fal­le eines Platz­man­gels „eines sach­lich gerecht­fer­tig­ten Ver­tei­lungs­maß­stabs, der … jedem gewer­be­recht­lich geeig­ne­ten Bewer­ber die glei­che Zulas­sungs­chan­ce ein­räumt“ bedarf. Ins­be­son­de­re sei nicht ersicht­lich, wes­halb von den vor­han­de­nen Stamm­be­schi­ckern mit ver­gleich­ba­rem Ange­bot gera­de die Klä­ge­rin als eine lang­jäh­ri­ge und bewähr­te Beschi­cke­rin des Offen­ba­cher Weih­nachts­markts zurück­ge­wie­sen wur­de.


Auf­grund des­sen kann die Klä­ge­rin von dem Ver­an­stal­ter wegen der rechts­wid­ri­gen Ver­sa­gung eines Stand­plat­zes auf dem Weih­nachts­markt ihren ent­gan­ge­nen Gewinn als Scha­dens­er­satz ver­lan­gen, wobei der Senat auch inso­weit der Rechts­auf­fas­sung des Frank­fur­ter Klä­ger­ver­tre­ters Rechts­an­walt Klaus Hün­lein folg­te, als bei der Ermitt­lung des kon­kre­ten Gewinn­aus­falls von dem Betriebs­er­geb­nis der letz­ten 3 Jah­re vor dem schä­di­gen­den Ereig­nis aus­zu­ge­hen und inso­weit auf das rech­ne­ri­sche Mit­tel als ent­gan­ge­nem Gewinn abzu­stel­len ist. Zugleich hat der Senat der Klä­ge­rin auch Ersatz der ihr ent­stan­de­nen vor­pro­zes­sua­len Rechts­an­walts­kos­ten zuge­spro­chen, eben­so die gel­tend gemach­ten Ver­zugs­zin­sen. Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.


Hier­nach muss jedem Markt­be­schi­cker und Stand­be­trei­ber emp­foh­len wer­den, im Fal­le einer Ableh­nung genau prü­fen zu las­sen, ob das Aus­wahl­ver­fah­ren ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führt wur­de. Stellt sich nach sach­kun­di­ger Prü­fung z.B. durch einen erfah­re­nen Rechts­an­walt her­aus, dass der Aus­schluss unbe­rech­tigt war, kann nach obi­ger Ent­schei­dung – auf Grund­la­ge aus­sa­ge­kräf­ti­ger Unter­la­gen zum bis­he­ri­gen Betriebs­er­geb­nis – erfolg­reich Scha­dens­er­satz ver­langt wer­den. 


Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, in ähn­li­chen Fäl­len. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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