(Kiel) Ein Bäcke­rei­un­ter­neh­men aus Schles­wig-Hol­stein han­delt wett­be­werbs­wid­rig, wenn es ein “Eiweiß-Abend­brot” auf Falt­blät­tern unter ande­rem mit dem Spruch “Schlank im Schlaf” bewirbt.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 22.06.2012 zu sei­nem Beschluss vom 21. Juni 2012, Az. 6 W 1/12, mit das OLG die­se Art der Wer­bung unter­sagt hat.

• Zum Sach­ver­halt:

Das beklag­te Bäcke­rei­un­ter­neh­men bewarb Ende 2011 in sei­nen 200 Bäcke­rei­ver­kaufs­fi­lia­len ein Brot mit einem hohen Eiweiß­ge­halt mit­tels eines Falt­blat­tes (Fly­ers) mit dem Slo­gan “Schlank im Schlaf”. Der Slo­gan ist zugleich Titel eines Buches, das ein Abnehm­kon­zept nach der soge­nann­ten Insu­lin-Trenn­kost­me­tho­de vor­stellt, bei der mor­gens Koh­len­hy­dra­te ohne Eiweiß, mit­tags bei­des zusam­men und abends nur Eiweiß ver­zehrt wer­den sol­len. Auf dem Fly­er befand sich ein Hin­weis auf das Abnehm­kon­zept und eine Abbil­dung des Buches. Auf Unter­las­sung der Wer­bung klag­te ein Ver­band aus Ber­lin.

• Aus den Grün­den:

Die Wer­bung ver­stößt gegen ver­brau­cher­schüt­zen­de Vor­schrif­ten und ist irre­füh­rend, so dass sie eine unzu­läs­si­ge geschäft­li­che Hand­lung nach dem Gesetz gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb (UWG) dar­stellt. Bei Wer­bung, die die Gesund­heit betrifft, gel­ten beson­ders stren­ge Anfor­de­run­gen an die Wahr­haf­tig­keit. Das Brot als sol­ches hat kei­ne schlank machen­de Wir­kung. Der auf der Außen­sei­te des Falt­blatts abge­druck­te Wer­be­spruch “Schlank im Schlaf” erweckt jedoch den Ein­druck, dass der Ver­zehr des Bro­tes selbst schlank mache. Die­ser Ein­druck wird dadurch ver­stärkt, dass das als Blick­fang auf dem Fly­er abge­bil­de­te Brot eine Ban­de­ro­le mit dem deut­lich les­ba­ren Wer­be­spruch trägt. Der Hin­weis auf dem Falt­blatt “ent­spricht dem Abnehm­kon­zept nach Dr. P.” besei­tigt die­sen Irr­tum nicht, weil nicht klar ist, in wel­chem Zusam­men­hang Wer­be­spruch und Abnehm­kon­zept ste­hen.

Der Zusam­men­hang zwi­schen Wer­be­spruch und Abnehm­kon­zept wird erst auf den Innen­sei­ten des Falt­blat­tes her­ge­stellt, jedoch nimmt nicht jeder Kun­de sich die Zeit, das Falt­blatt in die Hand zu neh­men und zu lesen. Zudem geht aus der Wer­bung nicht her­vor, dass zum Abneh­men nicht nur eine Ernäh­rung nach dem vor­ge­stell­ten Abnehm­kon­zept genügt, son­dern auch ein die Ener­gie­auf­nah­me über­stei­gen­der Ener­gie­ver­brauch not­wen­dig ist, der nahe­lie­gen­der Wei­se durch kör­per­li­che Tätig­keit erfolgt. Das Abnehm­kon­zept ist über­dies wis­sen­schaft­lich umstrit­ten, wor­auf eben­falls unmiss­ver­ständ­lich hät­te hin­ge­wie­sen wer­den müs­sen.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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