(Kiel) In der Ver­gan­gen­heit haben zahl­rei­che Ban­ken, z.B. die Hypo­Ver­eins­bank (HVB, heu­te Uni­Credit Bank) wie auch vie­le Spar­kas­sen Tau­sen­den von pri­va­ten Kun­den für gewöhn­li­che Finan­zie­run­gen wie Immo­bi­li­en­dar­le­hen u.ä. so genann­te Dop­pel­swaps ver­kauft.

In der Regel, so der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, wur­den die Kun­den dabei vor Abschluss oder Aus­lauf eines Fest­zins­kre­dits von der Bank ange­spro­chen und sie dann dahin­ge­hend bera­ten, statt­des­sen einen Swap abzu­schlie­ßen. Außer­dem soll­ten sie dar­an anschlie­ßend bspw. einen wei­te­ren Swap für wei­te­re 10 Jah­re ver­ein­ba­ren. Die­ser zwei­te Swap soll­te dann nach Aus­lauf des ers­ten Fest­zins­kre­dits mit einem neu­en Fest­zins­kre­dit unter­legt wer­den.

Den Kun­den wur­de hier­bei in der Regel ein Zins­satz über die gan­ze Lauf­zeit ver­spro­chen, der nied­ri­ger lag als der­je­ni­ge nach dem ursprüng­lich ver­ein­bar­te Dar­le­hens­ver­trag. Er kam damit in den Genuss einer sofor­ti­gen Zins­ver­bil­li­gung und Liqui­di­täts­ent­las­tung, was der Bank als wesent­li­ches Ver­kaufs­ar­gu­ment dien­te. Oft sind aber in den Ver­trä­gen „Zins­mar­gen” vor­ge­se­hen, die der Kun­de zusätz­lich zu dem Swap­zins­satz zu zah­len hat, und die die betei­lig­ten Ban­ken im Lau­fe der Zeit dazu genutzt haben, sie ein­fach immer höher zu set­zen. Der Kun­de hat so stän­dig mehr zu zah­len.

Kun­den, die sich gegen ihre Ban­ken weh­ren oder sich von den Ver­trä­gen lösen wol­len, haben nach Ansicht von Fach­an­walt Hün­lein gute Chan­cen. Die gan­ze Dop­pel­swap-Kon­struk­ti­on weist meh­re­re grund­sätz­li­che Feh­ler auf, die zu Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen gegen die Bank füh­ren. Eini­ge Män­gel sind hier zu nen­nen:

● Gro­be hand­werk­li­che Feh­ler bei der Durch­füh­rung des Ver­trags: Bezüg­lich des zwei­ten Teils der Swap-Ver­ein­ba­rung ist nach Aus­lauf des Fest­zins­dar­le­hens ein varia­bles Dar­le­hen abzu­schlie­ßen. Wenn sich die Bank inso­weit wei­gert und nur zu einer Fest­zins­ver­ein­ba­rung bereit ist oder zu einer sol­chen rät, dann liegt i.d.R. ein schwer­wie­gen­der Feh­ler vor. Denn mit dem Abschluss einer Fest­zins­ver­ein­ba­rung wird der Swap, da ihm nun­mehr ein Grund­ge­schäft fehlt, zum rei­nen Spe­ku­la­ti­ons­ge­schäft, das der Kun­de gera­de nicht ein­ge­hen woll­te.

● Dop­pel­swaps sind nach einer von uns erstrit­te­nen Ent­schei­dung des OLG Frank­furt am Main (16 U 126/11) gene­rell unge­eig­net für in der­ar­ti­gen Zins­in­stru­men­ten uner­fah­re­ne, sicher­heits­ori­en­tier­te Kun­den. Die Bank darf sol­chen Kun­den Dop­pel­swaps nicht emp­feh­len.

● Man­geln­de Auf­klä­rung über den Swap, ins­be­son­de­re über den bei Ver­trags­schluss vor­han­de­nen nega­ti­ven Markt­wert des Swaps: Gemäß dem Spread-Lad­der-Urteil des BGH (XI ZR 33/10) ist der Kun­de über einen sog. nega­ti­ven Markt­wert im Vor­feld auf­zu­klä­ren. Auch die Swaps des Dop­pel­swaps wei­sen einen nega­ti­ven Markt­wert auf. Es dürf­te so gut wie immer ver­säumt wor­den sein, dar­über auf­zu­klä­ren.

● Varia­ble Kre­dit­mar­ge: Sinn und Zweck des (Dop­pel­swap-) Geschäfts ist es, dass der Kun­de über fes­te Zins­be­trä­ge eine siche­re Kal­ku­la­ti­ons­grund­la­ge hat. Eine sol­che Siche­rung ist nicht mög­lich, wenn unbe­stimm­te Mar­gen dazu­kom­men, die die Bank jeder­zeit erhö­hen kann. Somit kon­ter­ka­riert die unbe­stimm­te Kre­dit­mar­ge bereits den Zweck des gesam­ten Geschäfts.

Abschlie­ßend ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Ansprü­che aus Dop­pel­swaps ver­jäh­ren kön­nen. Wann Ver­jäh­rung im Ein­zel­fall genau ein­tritt, ist z.T. umstrit­ten.

Wer sich jedoch von sei­ner Bank im Zusam­men­hang mit einer Dop­pel­swap-Kon­struk­ti­on schlecht bera­ten fühlt und erwägt, gegen sei­ne Bank vor­zu­ge­hen oder sich zumin­dest bera­ten zu las­sen, ob und wel­che Rech­te ihm zuste­hen, soll­te nicht län­ger zögern, sich von einem kom­pe­ten­ten Fach­an­walt bera­ten zu las­sen, emp­fiehlt Fach­an­walt Hün­lein, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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