(Kiel) Die Käu­fer woll­ten im Ham­bur­ger Umland ein See­grund­stück kau­fen. Statt­des­sen beka­men sie nur ein Grund­stück mit Blick auf den See. Nun muss der Ver­käu­fer Scha­dens­er­satz zah­len.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 05.05.2011 zum Urteil vom 29.03.2011, Az. 3 U 49/10.

In einem Mak­ler­ex­po­sé war das mit einem Ein­fa­mi­li­en­haus bebau­te Grund­stück als „wun­der­schön ein­ge­wach­sen und direkt an den … See angren­zend“ beschrie­ben wor­den. Sowohl Käu­fer als auch Ver­käu­fer gin­gen davon aus, dass das Grund­stück bis an den See her­an­reich­te, also auch den Ufer­strei­fen umfass­te. In dem nota­ri­el­len Kauf­ver­trag nah­men sie jedoch nicht die Bezeich­nung „See­grund­stück” auf, son­dern beschrie­ben das Grund­stück wie im Grund­buch mit den Num­mern des Flur­stücks, der Flur und der Gemar­kung. Sie ver­ein­bar­ten in dem Kauf­ver­trag, dass das Grund­stück wie in dem Ver­trag beschrie­ben und vom Käu­fer besich­tigt ver­kauft wer­den sol­le und Ansprü­che des Käu­fers wegen der Grö­ße und etwai­ger Män­gel aus­ge­schlos­sen sei­en. Zur Über­ra­schung der Käu­fer stell­te sich nach dem Kauf her­aus, dass zwi­schen dem so bezeich­ne­ten Grund­stück und der Ufer­li­nie des Sees ein cir­ca 5m brei­ter Ufer­strei­fen städ­ti­sches Eigen­tum war. Sie ver­lang­ten dar­auf­hin Scha­dens­er­satz.

Das Ober­lan­des­ge­richt geht in sei­ner Begrün­dung davon aus, so Klar­mann, dass die Par­tei­en nach ihrem über­ein­stim­men­den Wil­len einen Kauf­ver­trag über ein See­grund­stück schlie­ßen woll­ten.

Die fal­sche Bezeich­nung in dem nota­ri­el­len Kauf­ver­trag, die den Ufer­strei­fen nicht umfasst, ist dabei nicht maß­geb­lich. Viel­mehr ist durch Aus­le­gung der hin­ter den Erklä­run­gen ste­hen­de Geschäfts­wil­le der Ver­trags­par­tei­en zu ermit­teln. Da bei­de Par­tei­en das Grund­stück als „See­grund­stück“ bis an den See her­an­rei­chend ver­kau­fen bzw. kau­fen woll­ten, ist dies der hin­ter den Erklä­run­gen ste­hen­de und maß­geb­li­che Wil­le der Par­tei­en. Der ver­ein­bar­te Aus­schluss der Gewähr­leis­tung für Män­gel greift nicht ein, weil das See­grund­stück an sich frei von Män­geln ist und das Pro­blem aus­schließ­lich dar­in liegt, dass die Ver­käu­fe­rin nicht Eigen­tü­me­rin des Ufer­strei­fens ist, der zu dem See­grund­stück gehört. Nun muss sie wegen des gerin­ge­ren Wer­tes des Grund­stücks mit See­blick im Ver­gleich zu dem Wert eines an den See angren­zen­den Grund­stücks Scha­dens­er­satz zah­len.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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