(Kiel) Gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te haben auch dann kei­nen Anspruch auf Kos­ten­über­nah­me des Ein­frie­rens und Lagerns von Samen­zel­len durch die gesetz­li­che Kran­ken­kas­se, wenn auf­grund einer bevor­ste­hen­den Hoden­krebs­ope­ra­ti­on und Che­mo­the­ra­pie Zeu­gungs­un­fä­hig­keit droht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 11.11.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Sozi­al­ge­richts Aachen vom 03.11.2009, Az.: S 12 KR 115/09.


Der Klä­ger hat­te sich zur Begrün­dung sei­ner Kla­ge auf ein Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts gestützt, wonach es sich bei den Kos­ten der sog. “Kryo­kon­ser­vie­rung” um sol­che han­de­le, die im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit einem Krank­heits­fall, näm­lich dem Hoden­kar­zi­nom, stün­den. Sie dien­ten letzt­lich der Ver­mei­dung und Mini­mie­rung mit hoher Wahr­schein­lich­keit zu erwar­ten­der Behand­lungs­ri­si­ken, wie etwa Zeu­gungs­un­fä­hig­keit.


Dies, so Klar­mann, hat das Sozi­al­ge­richt Aachen in sei­ner Urteils­be­grün­dung betont, las­se sich auf das Recht der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen nicht über­tra­gen.
Zwar gel­te auch hier, dass zur Kran­ken­be­hand­lung auch Leis­tun­gen zur Her­stel­lung der Zeu­gungs­fä­hig­keit gehö­ren, wenn die­se durch Krank­heit oder wegen einer durch Krank­heit erfor­der­li­chen Ste­ri­li­sa­ti­on ver­lo­ren gegan­gen ist. Wel­che Maß­nah­men hier­für in Betracht kom­men bestim­me aller­dings der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss in ent­spre­chen­den Richt­li­ni­en. In die­sen sei die Kryo­kon­ser­vie­rung aus­ge­schlos­sen, wes­we­gen eine Über­nah­me der Kos­ten durch die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen aus­schei­de. Die vom Klä­ger benann­te Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts sei aus­drück­lich und aus­schließ­lich auf Grund­la­ge des beam­ten­recht­li­chen Bei­hil­fe­rechts in Rhein­land-Pfalz ergan­gen. Der im Rah­men der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung vor­ge­se­he­ne Aus­schluss bestimm­ter Maß­nah­men gel­te dort nicht. Eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Ungleich­be­hand­lung sei hier­in — so das Sozi­al­ge­richt Aachen wei­ter — aber nicht zu sehen. Dem Gesetz­ge­ber ste­he bei der Aus­ge­stal­tung ver­schie­de­ner Leis­tungs­sys­te­me ein wei­ter Spiel­raum zu. Dar­über hin­aus sei aber auch im Bei­hil­fe­recht des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len die Über­nah­me der Kos­ten für die Kryo­kon­ser­vie­rung aus­ge­schlos­sen.
Gegen das Urteil des Sozi­al­ge­richts ist die Beru­fung zum Lan­des­so­zi­al­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Essen zuläs­sig.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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