(Kiel) Steu­er­be­ra­ter sind in sog. Sta­tus­ver­fah­ren gegen die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund nicht ver­tre­tungs­be­rech­tigt.

Das, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat das Sozi­al­ge­richt (SozG) Aachen in einem am 04.12.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 27. Novem­ber 2009 ent­schie­den —  Az.: S 6 R 217/08.


Geklagt hat­te eine Steu­er­be­ra­te­rin aus der Städ­te­re­gi­on Aachen, die einen GmbH-Gesell­schaf­ter in einem Ver­fah­ren zur Fest­stel­lung sei­nes sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus ver­tre­ten hat­te und von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund als nicht ver­tre­tungs­be­rech­tigt zurück­ge­wie­sen wor­den war. Die Klä­ge­rin hat­te sich zur Begrün­dung ihrer Kla­ge auf das Rechts­dienst­leis­tungs­ge­setz gestützt, wel­ches zum 01.07.2008 das alte Rechts­be­ra­tungs­ge­setz abge­löst hat.


Selbst unter Gel­tung des neu­en Rechts aber, so die Aache­ner Rich­ter in ihrer Urteils­be­grün­dung, sei die Zurück­wei­sung zu Recht erfolgt, betont Pas­sau.


Das Rechts­dienst­leis­tungs­ge­setz las­se eine Ver­tre­tung durch Steu­er­be­ra­ter nur in Ver­fah­ren gegen die Kran­ken­kas­sen oder bei Betriebs­prü­fun­gen durch die Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger zu. Hier­in lie­ge kei­ne unzu­läs­si­ge Ver­kür­zung von Belan­gen der Steu­er­be­ra­ter. Ins­be­son­de­re sei ihr Grund­recht auf Berufs­frei­heit (Art. 12 Grund­ge­setz) nicht ver­letzt. In jenen Ver­fah­ren näm­lich stün­den im Gegen­satz zu Sta­tus­ver­fah­ren gegen die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund regel­mä­ßig bei­trags­recht­li­che Fra­gen im Vor­der­grund. Da sich das Bei­trags­recht der Sozi­al­ver­si­che­rung aber an das Steu­er­recht anleh­ne, ver­füg­ten Steu­er­be­ra­ter in die­sem Bereich über eine beson­de­re Sach­kun­de. Die­se recht­fer­ti­ge es, sie in Ver­fah­ren gegen die Kran­ken­kas­sen oder bei Betriebs­prü­fun­gen zuzu­las­sen, in Sta­tus­ver­fah­ren gegen die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund dage­gen von der Ver­tre­tung aus­zu­neh­men.


Gegen das Urteil die Beru­fung zum Lan­de­so­zi­al­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Essen mög­lich


Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen oder recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DASV Vize­prä­si­dent und
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