(Kiel) Das Sozi­al­ge­richt Det­mold wies die Kla­ge eines 37-jäh­ri­gen Arbeit­su­chen­den ab, der gegen einen Rück­for­de­rungs­be­scheid der Arge gewandt hat­te. Grund für die Rück­for­de­rung waren meh­re­re Über­wei­sun­gen sei­ner Eltern im Gesamt­wert von 630 €, die sei­nem Kon­to inner­halb der letz­ten 6 Mona­te gut­ge­schrie­ben wor­den waren.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 02.12.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Sozi­al­ge­richts (SozG) Det­mold vom 19.08.2009, Az.:S 18 (23) AS 107/08.


Auf­grund der Über­wei­sun­gen sei­ner Eltern berech­ne­te die Arge erneut den Bedarf des Klä­gers für die Ver­gan­gen­heit unter Berück­sich­ti­gung die­ser Zahlun¬gen und for­der­te den Unter­schieds­be­trag gegen­über den bereits gewähr­ten Leis­tun­gen zurück, woge­gen die­ser Kla­ge erhob.


Jedoch ohne Erfolg wie das Sozi­al­ge­richt Det­mold nun urteil­te, so betont Klar­mann.


Der Klä­ger konn­te nicht mit sei­ner Argu­men­ta­ti­on gehört wer­den, bei den Zah­lun­gen habe es sich um klei­ne­re Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen gehan­delt, die er zurück­zu­zah­len habe, wenn er wie­der Arbeit gefun­den hat. Denn — so das Sozi­al­ge­richt — auch dar­le­hens­wei­se gewähr­te Mit­tel stel­len eine dem Leis­tungs­emp­fän­ger tat­säch­lich zur Ver­fü­gung ste­hen­de und damit den Bedarf min­dern­de Ein­nah­me dar. Ins­be­son­de­re ist nicht von Bedeu­tung, ob der Leis­tungs­emp­fän­ger mög­li­cher­wei­se zur Rück­zah­lung ver­pflich­tet ist. Zwar kann sich die Rück­zah­lungs­ver­pflich­tung unmit­tel­bar auf die finan­zi­el­le Situa­ti­on eines Hil­fe­be­dürf­ti­gen aus­wir­ken, etwa weil er zur unver­züg­li­chen Til­gung des Dar­le­hens durch Raten ver­pflich­tet ist. Für eine sol­che Inter­pre­ta­ti­on sahen die Rich­ter jedoch kei­nen Anlass. Da der Zeit­punkt der Rück­zah­lungs­ver­pflich­tung unbe­stimmt und sich auf ein in der Zukunft lie­gen­des Ereig­nis — näm­lich die Wie­der­auf­nah­me einer Erwerbs­tä­tig­keit — bezieht, wird durch die Gewäh­rung des Dar­le­hens der aktu­el­le Ver­mö­gens­stand des Leistungsempfän¬gers ver­mehrt. Aller­dings, so betont Klar­mann, ist das Urteil noch nicht rechts­kräf­tig, da hier­ge­gen Beru­fung ein­ge­legt wur­de. Die­se ist beim Lan­des­so­zi­al­ge­richts NRW  unter dem Akten­zei­chen: L 20 AS 45/09 anhän­gig.


Klar­mann emp­fahl gleich­wohl, die­ses Urteil und den Fort­gang zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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