(Kiel) Die 5. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Neu­stadt hat in meh­re­ren Ver­fah­ren über die Recht­mä­ßig­keit von Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen gegen­über pri­va­ten Sport­wet­ten­ver­mitt­lern ent­schie­den und dabei ent­schie­den, dass ein staat­li­ches Mono­pol für Sport­wet­ten uni­ons­rechts­wid­rig ist, pri­va­te Ver­an­stal­ter und Ver­mitt­ler aber eine behörd­li­che Erlaub­nis benö­ti­gen.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ver­wal­tungs­ge­richts (VG) Neu­stadt vom 12..03.2012 zu sei­nen Urtei­len vom 13. Febru­ar 2012, Az.: 5 K 513/11.NW und 5 K 888/11.NW).

Seit einer Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom März 2006 war die Fra­ge, ob in Deutsch­land die Ver­an­stal­tung und Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten in Form eines Mono­pols nur von den Lot­to­ge­sell­schaf­ten der Län­der aus­ge­übt wer­den darf oder ob auch pri­va­te Sport­wet­ten­ver­an­stal­ter und ‑ver­mitt­ler – ins­be­son­de­re auf­grund der uni­ons­recht­li­chen Dienst­leis­tungs­frei­heit — zuge­las­sen wer­den müs­sen, Gegen­stand zahl­rei­cher gericht­li­cher Ent­schei­dun­gen, u.a. auch des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt hat­te jetzt zum einen über Kla­gen gegen Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen bzw. Betriebs­schlie­ßun­gen zu befin­den, die auf der Grund­la­ge des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes vom 3. Dezem­ber 2007 bzw. sei­ner geän­der­ten Fas­sung vom 22. Dezem­ber 2008 ergan­gen waren und zur Begrün­dung im Wesent­li­chen nur dar­auf abstell­ten, dass auf­grund des staat­li­chen Sport­wet­ten­mo­no­pols die Tätig­keit Pri­va­ter auf die­sem Gebiet gene­rell unzu­läs­sig sei und uner­laub­tes Glücks­spiel dar­stel­le.

Die­se Behör­den­ent­schei­dun­gen erklär­te das Gericht für rechts­wid­rig, so Hün­lein.

Das staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol, das in Rhein­land-Pfalz durch die Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH mit den sog. Oddset-Wet­ten aus­ge­übt wer­de, sei mit dem Recht der Euro­päi­schen Uni­on nicht ver­ein­bar. Die stren­gen Anfor­de­run­gen, die der Euro­päi­sche Gerichts­hof an eine sol­che Mono­pol­re­ge­lung stel­le (u.a. kon­se­quen­te Sucht­be­kämp­fung in allen Glücks­spiel­be­rei­chen, kei­ne Anrei­ze zum Glücks­spiel durch Wer­be­maß­nah­men und Image­kam­pa­gnen), sei­en in Deutsch­land gene­rell und auch in Rhein­land-Pfalz nicht erfüllt (Urtei­le vom 13. Febru­ar 2012, Az.: 5 K 568/11.NW und 5 K 445/11.NW).

Zum andern betra­fen die Kla­ge­ver­fah­ren Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen neue­ren Datums, die die nach dem Lan­des­glücks­spiel­ge­setz dafür zustän­di­ge Auf­sichts- und Dienst­leis­tungs­di­rek­ti­on Trier damit begrün­det hat­te, dass die pri­va­ten Sport­wet­ten­ver­mitt­ler – wie auch die Ver­an­stal­ter, an die sie die Wet­ten ver­mit­teln — für ihre Tätig­keit gem. § 4 des Glücks­spiel­staats­ver­trags in Ver­bin­dung mit § 6 Lan­des­glücks­spiel­ge­setz eine behörd­li­che Erlaub­nis haben müss­ten.

Sol­che Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen hielt das Gericht für recht­mä­ßig. Der Erlaub­nis­vor­be­halt als sol­cher sei uni­ons­recht­lich nicht zu bean­stan­den und blei­be unab­hän­gig davon gül­tig, dass die das Mono­pol betref­fen­den Vor­schrif­ten des Glücks­spiel­staats­ver­trags und des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes nicht mehr ange­wen­det wer­den dürf­ten. Der Umstand, dass die Erlaub­nis­vor­aus­set­zun­gen selbst bis­her nicht im Ein­zel­nen gesetz­lich gere­gelt sei­en, sei unschäd­lich. Das rhein­land-pfäl­zi­sche Innen­mi­nis­te­ri­um habe nach der weg­wei­sen­den Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs vom 8. Sep­tem­ber 2010 vor­sorg­lich ein Erlaub­nis­ver­fah­ren eröff­net, die Anfor­de­run­gen an die Erlaub­nis­er­tei­lung im Okto­ber 2010 zusam­men­ge­stellt und sie den Inter­es­sen­ten mit­ge­teilt. Ins­be­son­de­re das Ver­bot von Inter­net­wet­ten und von Live-Wet­ten fin­de sei­ne Grund­la­ge in den wei­ter­gel­ten­den Vor­schrif­ten des Glücks­spiel­staats­ver­trags. Dass die Fra­ge noch unge­klärt sei, wie vie­le pri­va­te Wett­ver­mitt­lungs­stel­len für Sport­wet­ten in Rhein­land-Pfalz zuge­las­sen wer­den könn­ten, sei unschäd­lich und las­se das Erlaub­nis­ver­fah­ren nicht dis­kri­mi­nie­rend erschei­nen.

Gegen die Urtei­le kann inner­halb eines Monats nach Zustel­lung die Zulas­sung der Beru­fung durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bean­tragt wer­den.

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, dies und ggfs. den Fort­gang zu beach­ten und in ver­wal­tungs­recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten ggfs. recht­zei­tig um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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