(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main hat soeben in einem aktu­el­len Fall die Tar­go­bank ver­ur­teilt, die von ihr der SCHUFA über­mit­tel­ten Daten der Klä­ge­rin über nicht­ver­trags­ge­mä­ßes Ver­hal­ten zu wider­ru­fen.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein von ihm in Man­dan­ten­auf­tra­ge erstrit­te­nes Urteil des Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main (OLG) vom 19.11.2012 (23 U 68/12)

Der Ent­schei­dung lag fol­gen­der, hier ver­kürz­ter, Sach­ver­halt zugrun­de:

Die Klä­ge­rin hat­te gemein­sam mit ihrem dama­li­gen Ehe­gat­ten am 08.05.2003 einen Kre­dit bei der Citi­bank (Rechts­vor­gän­ge­rin der Tar­go­bank) auf­ge­nom­men. Die Bank hat­te den Kre­dit wegen Zah­lungs­rück­stän­den mit Schrei­ben vom 02.07.2004 gekün­digt und den Gesamt­be­trag zur sofor­ti­gen Zah­lung fäl­lig gestellt. Nach die­sem Zeit­punkt hat­te die beklag­te Bank die Zah­lung weder ange­mahnt noch sich sonst bei der Klä­ge­rin gemel­det.

Auf eine ent­spre­chen­de Anfra­ge der Klä­ge­rin Ende 2010 teil­te die SCHUFA dann mit, dass sie über die Klä­ge­rin Daten über nicht­ver­trags­ge­mä­ßes Ver­hal­ten zu dem Dar­le­hens­ver­trag gespei­chert habe, ins­be­son­de­re den noch offe­nen For­de­rungs­be­trag, der aus einer Mit­ver­pflich­tung für die Rück­zah­lung des Kre­dits stam­me.

Die Beklag­te wur­de dar­auf­hin mit anwalt­li­chem Schrei­ben unter Frist­set­zung auf­ge­for­dert, die unrich­ti­gen Daten bzw. die ent­spre­chen­de Mel­dung gegen­über der SCHUFA zu wider­ru­fen. Nach­dem die gesetz­te Frist frucht­los ver­stri­chen war, erhob die Klä­ge­rin Kla­ge.

Das erst­in­stanz­lich ange­ru­fe­ne Land­ge­richt Hanau wies die Kla­ge ab. Auf die Beru­fung der Klä­ge­rin hin hob das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main nun das Urteil des Land­ge­richts Hanau auf, so Fach­an­walt Hün­lein, und ver­ur­teil­te die Tar­go­bank zum Wider­ruf.

Das Ober­lan­des­ge­richt bestä­tig­te in sei­ner Begrün­dung sei­ne Auf­fas­sung, dass die For­de­rung der Bank aus dem Dar­le­hen infol­ge der Kün­di­gung gemäß §§ 195, 199 BGB mit Ablauf des 31.12. 2007 ver­jährt war. Ins­be­son­de­re stellt das Ober­lan­des­ge­richt fest, dass die vom Land­ge­richt Hanau her­an­ge­zo­ge­ne Vor­schrift des § 497 Abs. 3 S.3 a.F. BGB, die eine Hem­mung der Ver­jäh­rung bewirkt, nicht greift, weil sich die Klä­ge­rin mit der Zah­lung der Rest­schuld nicht in Ver­zug befand. Mel­dung und Spei­che­rung von Daten über nicht­ver­trags­ge­mä­ßes Ver­hal­ten der Klä­ge­rin sind daher nicht zuläs­sig. Der Klä­ge­rin steht ein Anspruch auf Wider­ruf gegen die beklag­te Bank zu.

Das Urteil hat über den Ein­zel­fall hin­aus gro­ße prak­ti­sche Bedeu­tung, weil zahl­rei­che Ban­ken, teils über Inkas­so­un­ter­neh­men, Kun­den gegen­über auch wei­ter­hin längst ver­jähr­te Dar­le­hens­for­de­run­gen gel­tend machen und nicht nur nega­ti­ve Schufa-Ein­trä­ge erwir­ken son­dern auch ver­su­chen, die­se sogar gericht­lich durch­zu­set­zen.

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl daher, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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