(Kiel) Ein Haupt­zoll­amt darf eine Über­prü­fung von Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen ohne vor­he­ri­ge schrift­li­che Prü­fungs­an­ord­nung durch­füh­ren.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ergibt sich aus einer am 08.02.2010 ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 04.11.2009 (Az.: 7 K 7024/07).


Im Streit­fall hat­te ein Haupt­zoll­amt auf­grund einer anony­men Anzei­ge bei der Klä­ge­rin, einem Gas­tro­no­mie­un­ter­neh­men, geprüft, ob die dort Beschäf­tig­ten über Arbeits­er­laub­nis­se ver­füg­ten. Anhalts­punk­te für ein ord­nungs­wid­ri­ges Ver­hal­ten der Klä­ge­rin erga­ben sich dabei nicht. Die ent­spre­chen­de Prü­fungs­an­ord­nung wur­de der Klä­ge­rin kurz zuvor münd­lich bekannt gege­ben. Die Klä­ge­rin hielt die­se Vor­ge­hens­wei­se für rechts­wid­rig; sie war der Auf­fas­sung, dass eben­so wie bei steu­er­li­chen Außen­prü­fun­gen eine Kon­trol­le nach dem Schwarz­ar­bei­ter­be­kämp­fungs­ge­setz ange­mes­se­ne Zeit vor­her schrift­lich anzu­kün­di­gen sei.


Die­ser Auf­fas­sung folg­ten die Rich­ter jedoch nicht und wie­sen die Kla­ge ab, betont Pas­sau.


Sie stell­ten dabei u.a. dar­auf ab, dass es Zweck einer Kon­trol­le nach dem Schwarz­ar­beits­be­kämp­fungs­ge­setz ist, die Ein­hal­tung der sozi­al­ver­si­che­rungs- und aus­län­der­recht­li­chen Bestim­mun­gen zu prü­fen. Die­ser Zweck wür­de jeden­falls häu­fig ver­ei­telt wer­den, wenn die Kon­trol­le län­ge­re Zeit zuvor ange­kün­digt wür­de. Es müs­se der Behör­de mög­lich sein, unan­ge­kün­digt und über­ra­schend ent­spre­chen­de Kon­trol­len vor­zu­neh­men. Das Gericht maß auch dem Umstand, dass sich der Ver­dacht des ord­nungs­wid­ri­gen Ver­hal­tens der Klä­ge­rin nicht bestä­tigt habe, kei­ne Bedeu­tung bei. Das Tätig­wer­den der Behör­de auf­grund einer zwar anony­men, aber jeden­falls nicht erkenn­bar halt­lo­sen oder schi­ka­nö­sen Anzei­ge sei weder will­kür­lich noch unver­hält­nis­mä­ßig gewe­sen.


Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen oder recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DASV Vize­prä­si­dent und
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