(Kiel) Umzugs­kos­ten eines GmbH-Geschäfts­füh­rers bei gleich­zei­ti­gem Umzug der GmbH nicht unbe­dingt beruf­lich ver­an­lasst und daher steu­er­lich nicht als Wer­bungs­kos­ten berück­sich­ti­gungs­fä­hig.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ist die Kon­se­quenz eines Urteil des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 18. Novem­ber 2008, AZ.: 6 K 272/06 C.
Umzugs­kos­ten sind als Wer­bungs­kos­ten steu­er­lich berück­sich­ti­gungs­fä­hig, wenn der Umzug nahe­zu aus­schließ­lich beruf­lich ver­an­lasst ist, z.B. wenn er sei­nen Grund im Wech­sel des Arbeits­plat­zes des Steu­er­pflich­ti­gen hat oder der Steu­er­pflich­ti­ge näher an den Ort sei­ner beruf­li­chen Tätig­keit zieht. Pri­va­te Grün­de für den Umzug dür­fen nur von ganz unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung sein, so Pas­sau.


In dem jetzt vom Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ent­schie­de­nen Fall unter­lag ein Ehe­paar mit sei­nem Begeh­ren, Umzugs­kos­ten steu­er­lich gel­tend zu machen. Der Ehe­mann war Geschäfts­füh­rer einer GmbH; er und sei­ne Frau wohn­ten im sel­ben Haus, in dem die GmbH ihre Geschäfts­räu­me hat­te. Als der Ver­mie­ter sowohl der GmbH als auch den Klä­gern wegen Eigen­be­darfs kün­dig­te, zogen sowohl die GmbH als auch das kla­gen­de Ehe­paar in ande­re Räu­me, die sich auf einem den Klä­gern gehö­ren­den Grund­stück befan­den.


Damit war die aus­schließ­lich beruf­li­che Ver­an­las­sung des Umzugs nicht gege­ben, denn, so das Finanz­ge­richt, wenn der Ver­mie­ter nur den Klä­gern, nicht aber der GmbH gekün­digt hät­te, so hät­ten die Klä­ger unab­hän­gig von der GmbH auch umzie­hen müs­sen, und zwar rein pri­vat. Dass sie zufäl­lig gleich­zei­tig und räum­lich über­ein­stim­mend mit der GmbH umge­zo­gen sind, mache den Umzug nicht beruf­lich bedingt. Für eine nicht uner­heb­li­che pri­va­te Mit­ver­an­las­sung sprach aus der Sicht der Rich­ter auch der Umstand, dass die Klä­ger auf ihr eige­nes Grund­stück umge­zo­gen sind. Der Tat­sa­che, dass eine Woh­nung in unmit­tel­ba­rer Nähe der Geschäfts­räu­me der GmbH für den Klä­ger sicher prak­tisch und nütz­lich war, maß das Gericht dem­ge­gen­über kei­ne ent­schei­den­de Bedeu­tung bei.
Das Urteil ist rechts­kräf­tig.


Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DASV Vize­prä­si­dent und
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