(Kiel) Das Ober­lan­des­ge­richt Köln hat dem Kabel­netz­be­trei­ber Unity­me­dia Hes­sen in  einem am 18.12.2009 ver­kün­de­ten Urteil bestimm­te Wer­be­aus­sa­gen in Com­pu­ter­zeit­schrif­ten ver­bo­ten.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV)  unter Hin­weis auf das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Köln (OLG) vom 18.12.2009, Az.: 6 U 90/09.


In einem Falt­blatt hat­te Unity­me­dia im Febru­ar 2008 mit Test­ergeb­nis­sen gewor­ben, die zuvor in Com­pu­ter­zeit­schrif­ten publi­ziert wor­den waren, wie zum Bei­spiel “Com­pu­ter Bild hat gemes­sen: Im Deutsch­land-Durch­schnitt und über alle Anschluss-Geschwin­dig­kei­ten (DSL 2.000, 6.000 und 16.000) hin­weg liegt Unity­me­dia vorn” oder “In unse­rem Test hat­ten die Kabel­be­trei­ber neben den güns­tigs­ten Prei­sen auch die schnells­ten Lei­tun­gen.”


Die Deut­sche Tele­kom AG, die eben­falls Inter­net­zu­gangs­dienst­leis­tun­gen anbie­tet, hat­te die genann­ten und wei­te­re Wer­be­aus­sa­gen als irre­füh­rend bean­stan­det und auf Unter­las­sung geklagt.


Ihr wur­de im Beru­fungs­ver­fah­ren jetzt über­wie­gend Recht gege­ben, betont Zim­mer-Goertz.


Die Wer­be­aus­sa­ge “Im Deutsch­land-Durch­schnitt und über alle Anschluss-Geschwin­dig­kei­ten (DSL 2000, 6000 und 16.000) hin­weg liegt Unity­me­dia vorn” sei irre­füh­rend, weil dem Ver­brau­cher ent­ge­gen den tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten eine über­re­gio­na­le Ver­füg­bar­keit des Ange­bots und ein Spit­zen­platz gera­de der Unity­me­dia Hes­sen bei allen Anschluss­ge­schwin­dig­kei­ten sug­ge­riert wer­de. Wer sein Ange­bot auf eini­ge ört­lich begrenz­te Bal­lungs­räu­me beschrän­ke, kön­ne nicht den Spit­zen­platz im Deutsch­land-Durch­schnitt für sich bean­spru­chen, zumal es gera­de im länd­li­chen Bereich wegen grö­ße­rer Ent­fer­nun­gen schwie­ri­ger sei, hohe DSL-Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten zu erzie­len.


Auch die wei­te­re Aus­sa­ge, wonach die Kabel­be­trei­ber neben den güns­tigs­ten Prei­sen auch die schnells­ten Lei­tun­gen haben, sei als iso­lier­tes Zitat aus dem Test­ergeb­nis irre­füh­rend: Unti­y­me­dia habe im Test unter kei­nem Gesichts­punkt zu den Anbie­tern mit den “schnells­ten Lei­tun­gen” gehört, son­dern habe sich in der Rubrik “Geschwin­dig­keit” mit den Ergeb­nis­sen ihres Pro­dukts eher im Mit­tel­feld der Anbie­ter von “DSL-Alter­na­ti­ven” bewegt.


Als irre­füh­rend bean­stan­de­te der Zivil­se­nat schließ­lich auch die Aus­sa­ge: “Nicht nur preis­lich, auch tech­nisch bie­tet Inter­net übers TV-Kabel eini­ge Vor­tei­le: So sind die Reak­ti­ons­zei­ten (Ping) deut­lich fixer, was Online-Gamern und Ebay-Nut­zern Vor­tei­le bringt.”


Damit wer­de zumin­dest bei einem Teil der durch­schnitt­lich infor­mier­ten und ver­stän­di­gen Ver­brau­cher den unzu­tref­fen­de Ein­druck erweckt, das Pro­dukt der “Inter­net übers TV-Kabel” anbie­ten­den Unity­me­dia sei “fixer” als die Pro­duk­te aller getes­te­ten Kon­kur­ren­ten. Dies sei aber schon des­halb nicht rich­tig, weil 3 Wett­be­wer­ber bes­se­re “Ping”-Werte erzielt hät­ten.


Die Revi­si­on gegen das Urteil wur­de vom Senat nicht zuge­las­sen; bei­de Par­tei­en kön­nen aller­dings bin­nen eines Monats nach Zustel­lung des Urteils Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zum Bun­des­ge­richts­hof erhe­ben.


Zim­mer-Goertz emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ver­wies bei hier­zu auf­kom­men­den Rechts­fra­gen u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. — www.mittelstands-anwaelte.de.


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