(Kiel)  Der BGH hat am 10.03.2009 die Revi­sio­nen der fünf ehe­ma­li­gen Vor­stands­mit­glie­der der Ber­lin-Han­no­ver­schen Hypo­the­ken­bank AG, dar­un­ter den frü­he­ren Ber­li­ner CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Klaus-Rüdi­ger Lan­dow­sky, die wegen Untreue zu Frei­heits­stra­fen von jeweils einem Jahr vier Mona­ten bzw. einem Jahr auf Bewäh­rung ver­ur­teilt waren, ver­wor­fen. (BGH AZ.: 5 StR 260/08)

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil.
In dem Fall hat­te das Land­ge­richt Ber­lin fünf ehe­ma­li­ge Vor­stands­mit­glie­der der Ber­lin-Han­no­ver­schen Hypo­the­ken­bank AG, dar­un­ter den frü­he­ren Ber­li­ner CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Klaus-Rüdi­ger Lan­dow­sky, wegen Untreue zu Frei­heits­stra­fen von jeweils einem Jahr vier Mona­ten bzw. einem Jahr ver­ur­teilt und die Voll­stre­ckung die­ser Stra­fen zur Bewäh­rung aus­ge­setzt. Von wei­te­ren Untreue­vor­wür­fen sind die vor­ge­nann­ten Ange­klag­ten eben­so wie ande­re Mit­glie­der des Vor­stands und des Auf­sichts­rats sowie lei­ten­de Ange­stell­te frei­ge­spro­chen wor­den.
Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts waren die fünf Vor­stands­mit­glie­der im Herbst 1996 für die Ver­ga­be eines Kre­dits über rund 19,5 Mio. DM an eine Gesell­schaft aus der Aubis-Unter­neh­mens­grup­pe zum Erwerb von “Plat­ten­bau­ten” in Plau­en ver­ant­wort­lich. Die­se Kre­dit­ent­schei­dung, vor und nach der die Bank meh­re­re wei­te­re Kre­di­te an Gesell­schaf­ten der Unter­neh­mens­grup­pe zum Erwerb und zur Moder­ni­sie­rung von Plat­ten­bau­ten gewährt hat­te, wer­te­te das Land­ge­richt nach einer Gesamt­schau der den Ange­klag­ten bekann­ten Risi­ken und ihrer dem Auf­sichts­rat erteil­ten unzu­läng­li­chen Infor­ma­tio­nen als unver­tret­bar und pflicht­wid­rig. Die Bank habe auch einen Ver­mö­gens­nach­teil erlit­ten: Der Kre­dit sei durch die gewähr­ten Sicher­hei­ten (ins­be­son­de­re Grund­pfand­rech­te) nicht voll­stän­dig gedeckt gewe­sen.
Der 5. (Leip­zi­ger) Straf­se­nat des BGH hat die Revi­sio­nen der fünf Vor­stands­mit­glie­der gegen ihre Ver­ur­tei­lun­gen auf Antrag des Gene­ral­bun­des­an­walts im Beschluss­we­ge nach § 349 Abs. 2 StPO ver­wor­fen, da das ange­foch­te­ne Urteil ein­schließ­lich der Bestim­mung des Umfangs des ein­ge­tre­te­nen Ver­mö­gens­nach­teils jeden­falls im Ergeb­nis kei­nen durch­grei­fen­den Rechts­feh­ler zu deren Nach­teil ent­hielt, so Gie­se­ler. Die umfang­rei­chen Ver­fah­rens­rügen sind eben­falls erfolg­los geblie­ben.
Die Staats­an­walt­schaft hat ihre nur die vor­ge­nann­ten und zwei wei­te­re Ange­klag­te betref­fen­den Revi­sio­nen, mit denen sie einen Teil der Frei­sprü­che ange­grif­fen hat­te, am 9.3.2009 zurück­ge­nom­men. Das Urteil ist damit ins­ge­samt rechts­kräf­tig.
Gie­se­ler mahn­te Vor­stän­de und Auf­sichts­rä­te, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. um Rechts­rat nach­zu­su­chen, wobei er u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Dr. Nor­bert Gie­se­ler
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Erbrecht
Fach­an­walt für Steu­er­recht
DASV-Vize­prä­si­dent
c/o Scholz & Weis­pfen­ning
Königstor­gra­ben 3
90402 Nürn­berg
Tel.:  0911 – 244 370
Fax:  0911 – 244 3799
Email: kanzlei@scho-wei.de
www.scho-wei.de