(Kiel) Die Unter­sa­gung der Annah­me und Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten durch pri­va­te Sport­wet­ten­ver­mitt­ler ist recht­lich zuläs­sig.

Dies, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat die 1. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier in meh­re­ren – jeweils durch Beschluss vom 09. Sep­tem­ber ent­schie­de­nen – Eil­ver­fah­ren aus­ge­spro­chen – Az.: 1 L 443/09.TR, 1 L 469/09.TR u.a. -.


Zur Begrün­dung ihrer Ent­schei­dung ver­wie­sen die Rich­ter auf zwi­schen­zeit­lich ein­ge­tre­te­ne maß­geb­li­che Ände­run­gen im Glücks­spiel­recht. So habe das Land Rhein­land-Pfalz nun­mehr die Mehr­heit der Geschäfts­an­tei­le der Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH über­nom­men und der Lan­des­ge­setz­ge­ber habe in Reak­ti­on auf die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung des Gerichts (vgl. Medi­en­mit­tei­lung 10/08 des Gerichts vom 30.4.2008) und des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz im Dezem­ber 2008 das Lan­des­glücks­spiel­ge­setz geän­dert. Durch die Geset­zes­än­de­rung sei nun gewähr­leis­tet, dass Sport­wet­ten nur durch staat­lich kon­trol­lier­te Annah­me­bü­ros ver­mit­telt wer­den dürf­ten, die in qua­li­ta­ti­ver Hin­sicht bestimm­ten Anfor­de­run­gen genü­gen müss­ten. Zudem sei die Zahl der Annah­me­stel­len begrenzt wor­den (bis zum 31. Dezem­ber 2011 auf lan­des­weit ins­ge­samt 1150), was dem Zweck die­ne, das Glücks­spiel­an­ge­bot einer­seits zwar zu begren­zen, ande­rer­seits jedoch ein aus­ge­wo­gen ver­teil­tes und kon­trol­lier­ba­res Ver­triebs­netz zur Ver­fü­gung zu stel­len, um ein Aus­wei­chen auf ille­ga­le Glücks­spie­le zu ver­hin­dern. Fer­ner sei­en wei­te­re — vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­nem grund­le­gen­den „Sport­wet­ten­ur­teil“ vom 28. März 2006 (1 BvR 1054/01) zur Ein­däm­mung der Spiel- und Wett­sucht gefor­der­te – Maß­nah­men umge­setzt wor­den, wie Wer­be­ver­bot im Inter­net, Fern­se­hen und per Tele­fon.


Durch die­ses Gesamt­kon­zept sei das staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol nun­mehr geeig­net, die Wett­lei­den­schaft aktiv zu begren­zen und die Wett­sucht zu bekämp­fen, sodass die damit ver­bun­de­ne Ein­schrän­kung des Grund­rechts der Berufs­frei­heit zuläs­sig sei. Dies ent­spre­che auch der jüngs­ten Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (Urteil vom 08. Sep­tem­ber 2009 – C‑42/07 – Liga Por­tu­gue­sa de Fute­bol).


Gegen die Ent­schei­dung steht den Betei­lig­ten inner­halb von zwei Wochen die Beschwer­de an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz zu.
Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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