(Kiel) Der Kar­tell­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main (OLG) hat die Geschäfts­pra­xis einer Frank­fur­ter Taxi­zen­tra­le, den ihr ange­schlos­se­nen Taxi­un­ter­neh­men die gleich­zei­ti­ge Ruf­ver­mitt­lung durch ande­re Taxi­zen­tra­len zu ver­weh­ren, für wett­be­werbs­wid­rig erklärt.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Dr. Nor­bert Pflü­ger von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 30.07.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main (OLG)  vom 14.7.2009, Akten­zei­chen 11 U 68/08 (Kart).


Die Ver­fü­gungs­be­klag­te (Beklag­te) betreibt zwei Taxi­zen­tra­len, denen ca. 350 Taxis in Frank­furt am Main ange­schlos­sen sind. Für eine der von ihr betrie­be­nen Zen­tra­len führ­te die Beklag­te die Zer­ti­fi­zie­rung “Ser­vice Taxi” ein, mit der ein ver­bes­ser­ter Qua­li­täts­stan­dard ver­bun­den ist. Von den anschluss­wil­li­gen Taxi-Unter­neh­mern ver­lang­te sie unter Andro­hung einer Ver­trags­stra­fe, dass die­se kei­ne Ruf­ver­mitt­lungs­leis­tun­gen ande­rer Taxi­zen­tra­len in Anspruch neh­men.


Der Ver­fü­gungs­klä­ger (Klä­ger), der eben­falls eine Taxi­zen­tra­le in Frank­furt am Main betreibt, wand­te sich mit einem Antrag auf einst­wei­li­ge Ver­fü­gung gegen das von der Beklag­ten ver­ein­bar­te Ver­bot der Dop­pel­part­ner­schaft.


Das zunächst ange­ru­fe­ne Land­ge­richt Frank­furt am Main ver­bot der Beklag­ten dar­auf­hin mit Urteil vom 24.9.2008, in ihren Ver­trä­gen Klau­seln zu ver­wen­den, nach denen Part­ner­ver­ein­ba­run­gen mit ande­ren Taxi­zen­tra­len ver­bo­ten sind, oder die Zer­ti­fi­zie­rung als “Ser­vice Taxi” hier­von abhän­gig zu machen.


In der Beru­fung bestä­tig­te das OLG nun­mehr im Wesent­li­chen das Urteil des Land­ge­richts, betont Dr. Pflü­ger.


Die Pra­xis der Beklag­ten, für die Zer­ti­fi­zie­rung als “Ser­vice Taxi” eine Inan­spruch­nah­me ande­rer Taxi­zen­tra­len — außer ihrer eige­nen — aus­zu­schlie­ßen, füh­re zu einer spür­ba­ren Ver­hin­de­rung des Wett­be­werbs. Soweit sich die Beklag­te zur Begrün­dung der Maß­nah­me dar­auf beru­fe, die­se sei zur Siche­rung des Qua­li­täts­stan­dards bei “Ser­vice Taxis” uner­läss­lich, erschei­ne dies nur vor­ge­scho­ben. Der tat­säch­li­che Grund für die Beschrän­kung — so das OLG — dürf­te viel­mehr dar­in lie­gen, dass die Beklag­te die von Wett­be­wer­bern betrie­be­nen Taxi­zen­tra­len nicht an den Umsatz­vor­tei­len durch die mit der Zer­ti­fi­zie­rung ver­bun­de­nen ver­bes­ser­ten Qua­li­täts­stan­dards teil­neh­men las­sen wol­le.


Wett­be­werbs­recht­lich glei­cher­ma­ßen unzu­läs­sig sei­en auch die Ver­trags­klau­seln, mit denen die Beklag­te ange­schlos­se­nen Taxi­un­ter­neh­men zur Durch­set­zung des Dop­pel­ver­mitt­lungs­ver­bots eine Ver­trags­stra­fe ange­droht habe.


Die Ent­schei­dung ist rechts­kräf­tig.


Pflü­ger emp­fahl, dies zu beach­ten und in ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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