(Kiel) Die Wei­ter­ge­wäh­rung eines zunächst zeit­lich befris­te­ten Preis­vor­teils ist nicht zwin­gend als irre­füh­ren­de Wer­bung anzu­se­hen. Bei uner­war­te­ter Ent­wick­lung der Markt­la­ge kann der Wer­ben­de auch nach Frist­ab­lauf zuguns­ten der Ver­brau­cher Preis­nach­läs­se gewäh­ren.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt und Mit­glied der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV) unter Hin­weis auf ein ent­spre­chen­des Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Hamm vom 02.09.2010 (Az. I‑4 U 52/10)


In dem ent­schie­de­nen Fall hat­te die Beklag­te, eine Anbie­te­rin von Kin­der- und Jugend­rei­sen, auf ihrer Inter­net­sei­te für eine Rei­se mit einem zeit­lich befris­te­ten Früh­bu­cherra­batt gewor­ben. Nach Ablauf der ange­ge­be­nen Rabatt­frist wur­de der Preis­nach­lass auf­grund der ange­spann­ten Markt­si­tua­ti­on im Rah­men der Wirt­schafts­kri­se jedoch wei­ter ein­ge­räumt. Hier­ge­gen wand­te sich die Klä­ge­rin mit dem Ein­wand, der Wer­ben­de müs­se sich an den von ihm gesetz­ten zeit­li­chen Rah­men der Rabatt­ak­ti­on hal­ten und anschlie­ßend den Preis erhö­hen. Andern­falls läge ein Fall irre­füh­ren­der Wer­bung vor.


Nach Ansicht des Gerichts ist die bean­stan­de­te Wer­bung jedoch kei­nes­wegs irre­füh­rend. Zum maß­geb­li­chen Zeit­punkt des Erschei­nens der Wer­be­aus­sa­ge sei die­se aus Sicht der Beklag­ten rich­tig gewe­sen. Sie habe die Rabat­te ledig­lich bis zum Ablauf der Frist gewäh­ren wol­len. Nur durch die uner­war­te­te Ent­wick­lung der Markt­si­tua­ti­on habe sie den Nach­lass auch nach Frist­ab­lauf aus wirt­schaft­li­chen Grün­den wei­ter gewährt. Es sei jedoch nicht ver­ständ­lich, wie­so man dem gut­gläu­big Wer­ben­den die Mög­lich­keit der Ver­län­ge­rung von Rabatt­ak­tio­nen ent­zie­hen sol­le. 


Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz weist in die­sem Zusam­men­hang auch auf ein Ver­fah­ren des OLG Hamm in einer ähn­li­chen Sache hin (Az.  4 U 95/09). Hier hat­te der erken­nen­de Senat es für zuläs­sig erach­tet, inner­halb eines ange­mes­se­nen zeit­li­chen Rah­mens wie­der­holt Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tun­gen durch­zu­füh­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund sahen die Rich­ter auch das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren. Es müs­se dem Wer­ben­den unbe­nom­men sein, eine lau­fen­de Rabatt­ak­ti­on zu ver­län­gern, zumal die Ver­brau­cher hier­von pro­fi­tie­ren. Das Par­al­lel­ver­fah­ren liegt dem BGH momen­tan zur Ent­schei­dung vor. Auch die vor­lie­gen­de Ent­schei­dung wur­de zur Revi­si­on zuge­las­sen. Es bleibt daher abzu­war­ten, ob sich der BGH der Ansicht des OLG Hamm anschließt.


Vor dem Hin­ter­grund der noch aus­ste­hen­den höchst­rich­ter­li­chen Klä­rung der wett­be­werbs­recht­li­chen Zuläs­sig­keit sol­cher nach­träg­li­cher Ver­län­ge­run­gen von Rabatt­ak­tio­nen emp­fiehlt Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz eine umfas­sen­de recht­li­che Bera­tung bei der Pla­nung und Durch­füh­rung von ver­kaufs­för­dern­den Preis­nach­läs­sen. Hier­zu bie­tet sich ins­be­son­de­re die Zusam­men­ar­beit mit einem wett­be­werbs­recht­lich spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­walt an.


Dies­be­züg­lich ver­weist Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. — www.mittelstands-anwaelte.de.

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