(Brühl)  Ein Ver­mie­ter ist im Rah­men der ihm oblie­gen­den Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht nicht ver­pflich­tet, Elek­tro­lei­tun­gen und elek­tri­sche Anla­gen in den von ihm ver­mie­te­ten Woh­nun­gen ohne kon­kre­ten Anlass oder Hin­wei­se auf Män­gel einer regel­mäs­si­gen Über­prü­fung durch einen Elek­tro­fach­mann zu unter­zie­hen.

Dies, so der Esse­ner Rechts­an­walt Wolf­gang Nebel von der DASV Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Brühl, ist das Ergeb­nis eines soeben ver­öf­fent­lich­ten Urteils  des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 15.10.2008 (AZ.: VIII ZR 321/07). In dem  betref­fen­den Fall hat­te der Mie­ter sei­nen Ver­mie­ter auf Scha­den­er­satz in Anspruch genom­men, nach­dem es in der eben­falls von dem­sel­ben Ver­mie­ter ver­mie­te­ten Nach­bar­woh­nung des Mie­ters im Bereich der Koch­ni­sche wegen eines Kurz­schlus­ses im Bereich der Dunst­ab­zugs­hau­be zu einem Brand gekom­men war, durch den auch er einen Scha­den von rd. 2.600,– Euro erlitt. Hier­bei stell­te er sich auf den Stand­punkt, dass der Ver­mie­ter zu einer regel­mäs­si­gen Kon­trol­le der Elek­tro­lei­tun­gen ver­pflich­tet gewe­sen sei, weil auf die­se Wei­se der Brand hät­te ver­hin­dert wer­den kön­nen.


Die­ser Auf­fas­sung woll­te der BGH in letz­ter Instanz jedoch nicht fol­gen, so Miet­rechts­ex­per­te Nebel. Das Gericht habe aus­drück­lich fest­ge­stellt, dass ein Ver­mie­ter nicht ver­pflich­tet sei, Elek­tro­lei­tun­gen und elek­tri­sche Anla­gen in den von ihm ver­mie­te­ten Woh­nun­gen ohne kon­kre­ten Anlass oder Hin­wei­se auf Män­gel einer regel­mäs­si­gen Über­prü­fung durch einen Elek­tro­fach­mann zu unter­zie­hen. Ins­be­son­de­re sei er ohne kon­kre­ten Anlass oder vor­her bereits auf­ge­tre­te­ne unge­wöhn­li­che oder wie­der­hol­te Stö­run­gen nicht ver­pflich­tet, im Rah­men sei­ner Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht regel­mäs­si­ge „Gene­ral­inspek­tio­nen“ an der Miet­sa­che  vor­zu­neh­men. Zwar habe der Ver­mie­ter ihm bekannt gewor­de­ne Män­gel, von denen eine Gefahr für die Miet­woh­nun­gen aus­ge­hen kön­ne, unver­züg­lich zu behe­ben. Bei “Ein­zel­de­fek­ten” sei er ohne das Vor­lie­gen wei­te­rer Hin­wei­se oder Anhalts­punk­te jedoch nicht zu einer umfas­sen­den Inspek­ti­on der gesam­ten Elek­tro­in­stal­la­ti­on ver­pflich­tet.


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