(Kiel)  Preist ein Finanz­be­ra­ter sei­nem Kun­den unrea­lis­tisch eine Geld­an­la­ge eine abso­lut siche­re Kapi­tal­an­la­ge mit einer Traum­ren­di­te von mehr als 100% pro Jahr an, so haf­tet er für den Scha­den des Anle­gers, wenn die­ses Ergeb­nis nicht ein­tritt.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf ein Urteil des Land­ge­richts Coburg vom 25.06.2008, AZ: 21 O 135/08.


In dem Fall hat­te der beklag­te Finanz­fach­mann dem Klä­ger, einem lang­jäh­ri­gen Kun­den, die Ver­mitt­lung eines „bank-to-bank-Geschäfts“ ange­bo­ten. Bei 100%-iger Absi­che­rung der Kapi­tal­ein­la­ge ver­sprach er Ren­di­ten von 100% in 40 Wochen bzw. 350% in zwei Jah­ren. Dar­auf­hin zeich­ne­te der Klä­ger Anfang 2007 eine Anla­ge von 250.000 € und zahl­te dem Beklag­ten für die Ver­mitt­lung 5.000 €. Der Klä­ger kam mit einem blau­en Auge davon: Mit Hil­fe der Staats­an­walt­schaft erhielt er letzt­lich Anfang 2008 sei­ne Ein­la­ge zurück. Vom Beklag­ten woll­te er nun die 5.000 € Pro­vi­si­on sowie einen Zins­ver­lust in Höhe von rund 12.200 € erstat­tet haben.
Damit hat­te er vor dem Land­ge­richt Coburg Erfolg, betont Gie­se­ler.


Denn der Beklag­te hät­te den Klä­ger rich­tig und voll­stän­dig über alle für die Anla­ge wich­ti­gen tat­säch­li­chen Umstän­de infor­mie­ren und das Anla­ge­kon­zept auf wirt­schaft­li­che Plau­si­bi­li­tät über­prü­fen müs­sen. Die­se Pflich­ten erach­te­te das Gericht als ver­letzt. Es sah als gerichts­be­kannt an, dass es Anla­gen wie die vom Beklag­ten ange­prie­se­ne nicht gibt. Mit siche­ren Geld­an­la­gen las­sen sich nur viel gerin­ge­re Ren­di­ten erwirt­schaf­ten; umge­kehrt wären die ver­spro­chen Ren­di­ten allen­falls durch hoch spe­ku­la­ti­ve Geschäf­te zu erzie­len. Das muss­te dem Beklag­ten bekannt sein. Er hat den Klä­ger dar­um so zu stel­len, wie er ohne die Geld­an­la­ge stün­de. Das heißt: Rück­zah­lung der Ver­mitt­lungs­prä­mie und Erstat­tung ander­wei­tig mög­li­cher Anla­ge­zin­sen (in Höhe von „soli­den“ 5 % jähr­lich).


Gie­se­ler mahn­te, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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