(Kiel) Nahe­zu alle Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen zu pri­va­ten Kran­ken­ta­ge­geld- ver­si­che­run­gen ent­hal­ten eine Vor­schrift, wonach das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis (die Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung) zum Ende des Monats endet, in dem die Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­si­che­rungs­fä­hig­keit, gemeint ist das Arbeits­ver­hält­nis, endet.

In die­sen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ist des Wei­te­ren gere­gelt, dass jedoch dann, wenn zu die­sem Zeit­punkt in einem bereits ein­ge­tre­te­nen Ver­si­che­rungs­fall eine Arbeits­un­fä­hig­keit besteht, das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis spä­tes­tens 3 Mona­te nach Weg­fall der Vor­aus­set­zun­gen, also nach Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit, endet (vgl. z.B. § 15 a MB/KT).


Ent­spre­chend die­ser Ver­trags­klau­sel, so der Köl­ner  Rechts­an­walt Fach­an­walt für Ver­si­che­rungs­recht Mar­kus von Lau­fen­berg von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, han­deln die pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rer: Brin­gen sie in Erfah­rung, dass der erkrank­te (oder auch nicht erkrank­te) Ver­si­che­rungs­neh­mer sein Arbeits­ver­hält­nis ver­lo­ren hat, tei­len sie ihren Ver­si­che­rungs­neh­mern mit, dass auf­grund die­ser Arbeits­lo­sig­keit die Ver­si­che­rungs­fä­hig­keit und damit auch die Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung ent­fällt. Ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer zu dem genann­ten Zeit­punkt arbeits­un­fä­hig, zah­len die Kran­ken­ver­si­che­rer ent­spre­chend ihren Bedin­gun­gen meis­tens noch bis zum Ende des 3. Monats nach Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit.


Die­se jahr­zehn­te­lang geüb­te und von der Recht­spre­chung getra­ge­ne Hand­ha­bung müss­te spä­tes­tens seit dem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 27.02.2008 (IV ZR 219/06) Ver­gan­gen­heit sein, wenn man ein­mal unter­stellt, dass den pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rern die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung bekannt sein müss­te, betont von Lau­fen­berg.


Der BGH hat in die­sem Urteil näm­lich aus­ge­führt, dass die­se Ver­trags­klau­sel den Ver­si­che­rungs­neh­mer unan­ge­mes­sen im Sin­ne des § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 2 BGB benach­tei­ligt. Der BGH führ­te aus, den Inter­es­sen des Kran­ken­ver­si­che­rers wäre schon dann aus­rei­chend Rech­nung getra­gen, wenn die Ver­si­che­rungs­fä­hig­keit des Ver­si­che­rungs­neh­mers erst dann ende, wenn sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer nach Ein­tritt einer Arbeits­lo­sig­keit nicht mehr ernst­haft um die Auf­nah­me einer neu­en Tätig­keit bemü­he oder sich sei­ne Bemü­hun­gen aus ande­ren Grün­den (z. B. auch auf­grund sei­nes Gesund­heits­zu­stan­des) als aus­sichts­los dar­stel­len. Der BGH lässt es jeden­falls nicht zu, dass sich die Kran­ken­ver­si­che­rer auf ihre ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung, wonach das Ver­trags­ver­hält­nis ohne Wei­te­res im Fal­le des Ein­tritts einer Arbeits­lo­sig­keit endet, beru­fen dür­fen.


Den­noch schei­nen vie­le pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rer die­se BGH-Ent­schei­dung nicht zur Kennt­nis zu neh­men, denn es ist fest­zu­stel­len, dass sich nach wie vor pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rer auf die­se vom BGH ver­wor­fe­ne Rege­lung in ihren Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen beru­fen.


In die­sem Fall hilft dem Ver­si­che­rungs­neh­mer nur der Weg zu einem im Ver­si­che­rungs­recht ver­sier­ten Rechts­an­walt vor­nehm­lich einem Fach­an­walt für Ver­si­che­rungs­recht. Die Kos­ten einer anwalt­li­chen Ver­tre­tung dürf­ten gera­de in einem sol­chen Fall zu Las­ten des Kran­ken­ver­si­che­rers gehen, denn als Ver­si­che­rungs­neh­mer kann man erwar­ten, dass sein Ver­si­che­rer die ein­schlä­gi­ge höchst rich­ter­li­che Recht­spre­chung kennt und auch in der Bear­bei­tung sei­ner Ver­si­che­rungs­fäl­le beach­tet.


Von Lau­fen­berg emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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