(Kiel)  Die Revi­si­on des ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den des Volks­wa­gen-Gesamt­be­triebs­rats Dr. h.c. Klaus Vol­kert gegen das Urteil des Land­ge­richts Braun­schweig wegen Untreue­hand­lun­gen zum Nach­teil sei­nes Arbeit­ge­bers wur­de am 17. Sep­tem­ber 2009 vom Bun­des­ge­richts­hof weit­ge­hend ver­wor­fen.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des  Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 17. Sep­tem­ber 2009 – Az.: 5 StR 521/08.


Das Land­ge­richt Braun­schweig hat­te den ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den des Volks­wa­gen- Gesamt­be­triebs­rats Dr. h.c. Klaus Vol­kert, der zugleich Vor­sit­zen­der des Kon­zern­be­triebs­rats, des Euro­kon­zern­be­triebs­rats und des Welt­kon­zern­be­triebs­rats und als Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter Mit­glied des Auf­sichts­rats war, wegen Untreue­hand­lun­gen zum Nach­teil sei­nes Arbeit­ge­bers zu einer Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und neun Mona­ten ver­ur­teilt.


Der Ange­klag­te Dr. h.c. Vol­kert, des­sen Betriebs­rats­tä­tig­keit ab 1991 nach der zweit­höchs­ten, ab 2001 nach der höchs­ten für VW-Arbeit­neh­mer gel­ten­den Gehalts­grup­pe ver­gü­tet wur­de, ver­ein­bar­te 1994 mit dem ehe­ma­li­gen Vor­stands­mit­glied und Arbeits­di­rek­tor Dr. h.c. Peter Hartz unter Ver­let­zung von des­sen Ver­mö­gens­be­treu­ungs­pflicht eine Son­der­bo­nus­re­ge­lung, deren Höhe sich an der Ver­gü­tung für VW-Mar­ken­vor­stän­de ori­en­tier­te; ihre Gewäh­rung an Betriebs­rats­mit­glie­der, die wie Arbeit­neh­mer zu ent­loh­nen sind, war gesetz­lich ver­bo­ten. Unter Geheim­hal­tung und Umge­hung des für die Ver­gü­tung von Betriebs­rä­ten eigent­lich zustän­di­gen Gre­mi­ums wur­den an Dr. h.c. Vol­kert bis 2004 ins­ge­samt über 1,9 Mio. € bezahlt. Dr. h.c. Hartz stell­te fer­ner die Gelieb­te des Ange­klag­ten Dr. h.c. Vol­kert auf des­sen Drän­gen bei VW an und akzep­tier­te zwi­schen Okto­ber 2000 und Okto­ber 2004 die Bezah­lung von Rech­nun­gen für in Wahr­heit bei VW nicht geleis­te­te Arbeit über ins­ge­samt fast 400.000 €.
Seit 1994 wur­den die Mit­glie­der des Gesamt­be­triebs­aus­schus­ses auf Wei­sung des Per­so­nal­vor­stands Dr. h.c. Hartz von dem für die Betreu­ung der Betriebs­rä­te zustän­di­gen, als Abtei­lungs­lei­ter täti­gen Ange­klag­ten Klaus-Joa­chim Gebau­er “groß­zü­gig” behan­delt. Von Febru­ar 2001 bis März 2005 buch­te Gebau­er pri­va­te Rei­sen für Dr. h.c. Vol­kert, des­sen Gelieb­te, aber auch für sich selbst, sei­ne Lebens­ge­fähr­tin und wei­te­re Nicht­be­triebs­rats­mit­glie­der und rech­ne­te mit­tels nicht kon­trol­lier­ba­rer Eigen­be­le­ge ver­aus­lag­te Bar­geld­zu­wen­dun­gen an Betriebs­rats­mit-glie­der, Kos­ten für Bor­dell­be­su­che und Pro­sti­tu­ier­te, für Maß­an­zü­ge, Mobil­te­le­fo­ne und eine Miet­woh­nung für Pro­sti­tu­ier­ten­be­su­che in Gesamt­hö­he von etwa 1,2 Mio. € ab. Das Land­ge­richt hat Gebau­er wegen 40 sol­cher Abrech­nun­gen jeweils wegen Untreue ver­ur­teilt; Dr. h.c. Vol­kert lag Anstif­tung hier­zu (ihm im Umfang von 230.000 € per­sön­lich zugu­te gekom­me­ne Zuwen­dun­gen) zur Last. Auch Gebau­er wur­de wegen Anstif­tung zur Untreue ver­ur­teilt, da er im Früh­jahr 2003 die Über­nah­me von Lohn­kos­ten für eine Schein­an­stel­lung sei­ner Lebens­ge­fähr­tin bei der Sko­da Deutsch­land GmbH bis Ende 2004 über ins­ge­samt rund 50.000 € ver­an­lasst hat­te.


Das Land­ge­richt hat gegen Gebau­er auf eine Frei­heits­stra­fe von einem Jahr erkannt und die Voll­stre­ckung die­ser Stra­fe zur Bewäh­rung aus­ge­setzt.


Die Revi­sio­nen der Ange­klag­ten erziel­ten nach der Revi­si­ons­haupt­ver­hand­lung vor dem 5. (Leip­zi­ger) Straf­se­nat ledig­lich einen gerin­gen Teil­erfolg, so betont Gie­se­ler.
Von ihrer Ver­ur­tei­lung wur­de das teil­wei­se tat­ein­heit­lich aus­ge­ur­teil­te Ver­ge­hen der Betriebs­rats­be­güns­ti­gung aus­ge­nom­men, da es inso­weit an einem form­ge­rech­ten Straf­an­trag der VW-AG gefehlt hat­te. Die Stra­fen blie­ben von die­ser Urteils­kor­rek­tur unbe­rührt. Erfolg­los blieb ins­be­son­de­re die Bean­stan­dung der Revi­si­on von Dr. h.c. Vol­kert, das Land­ge­richt habe sich bei der Bemes­sung der Stra­fe bei ihm dar­an ori­en­tie­ren müs­sen, dass es zuvor Dr. h.c. Hartz als Haupt­tä­ter – der indes kei­ne beträcht­li­chen eige­nen Vor­tei­le aus den Taten gezo­gen hat­te – ledig­lich zu zwei Jah­ren Frei­heits­stra­fe mit Bewäh­rung und einer hohen Geld­stra­fe ver­ur­teilt hat­te.
Da auch die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft, die eine stren­ge­re Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten Dr. h.c. Vol­kert erstrebt hat­te, erfolg­los blieb, ist das Ver­fah­ren gegen Dr. h.c. Vol­kert und Gebau­er damit rechts­kräf­tig abge­schlos­sen.


Gie­se­ler mahn­te, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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