(Kiel) Eine gemeind­li­che Sat­zung über die Erhe­bung von Hun­de­steu­er, die eine Steu­er­ermä­ßi­gung in Höhe von 50 Pro­zent für das Hal­ten von Hun­den, die zur Bewa­chung von Gebäu­den erfor­der­lich sind, davon abhän­gig macht, dass das zu bewa­chen­de Gebäu­de von dem nächs­ten bewohn­ten Gebäu­de in einer Ent­fer­nung von mehr als 200 m liegt, ist recht­mä­ßig.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 28.01.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts (VG) Trier vom 21. Janu­ar 2010 – 2 K 574/09.TR –.


Der Ent­schei­dung lag die Kla­ge eines Hun­de­hal­ters aus dem Bereich des Land­krei­ses Vul­kan­ei­fel auf Gewäh­rung einer Steu­er­mä­ßi­gung für einen Schä­fer­hund zugrun­de. Der Klä­ger argu­men­tier­te damit, dass er den Hund zur Bewa­chung sei­nes Fir­men­ge­län­des, auf dem auch das Wohn­haus unter­ge­bracht sei, benö­ti­ge. Das Gelän­de lie­ge im an die Orts­la­ge angren­zen­den Außen­be­reich und sei wei­test­ge­hend unein­seh­bar. Eine 200-Meter-Ent­fer­nungs­lö­sung zum nächst­be­wohn­ten Haus kön­ne allen­falls inner­ört­lich bei opti­ma­len Sicht­ver­hält­nis­sen ein akzep­ta­bler Maß­stab sein. Im Außen­be­reich einer Gemein­de füh­le man sich jedoch ohne Wach­hund schutz­los. Auf nach­bar­schaft­li­che Hil­fe kön­ne wegen der Unein­seh­bar­keit des Gelän­des nicht gezählt wer­den.


Mit der Begrün­dung, dass sich die nächs­ten bewohn­ten Nach­bar­häu­ser in einer Ent­fer­nung von 23 bis 146 Metern befän­den, wur­de das Begeh­ren des Klä­gers von der Gemein­de abge­lehnt.


Zu Recht, urteil­ten die Rich­ter der 2. Kam­mer des VG Trier nun, so betont Pas­sau.


Die Sat­zungs­re­ge­lung sei hin­sicht­lich der Ein­schrän­kung der Steu­er­ermä­ßi­gung nicht zu bean­stan­den. Der Sat­zungs­ge­ber ver­fü­ge bei der Schaf­fung von Aus­nah­me­nor­men im Abga­ben­recht über ein beson­ders wei­tes Ermes­sen. Zudem sei bei Mas­sen­er­schei­nun­gen, wie der Erhe­bung von Steu­ern, grund­sätz­lich auch eine Pau­scha­lie­rung zuläs­sig. Der Sat­zungs­ge­ber sei ledig­lich durch das Will­kür­ver­bot und das Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prin­zip gebun­den. Dar­auf, ob der Sat­zungs­ge­ber die bes­te und zweck­mä­ßigs­te Lösung gewählt habe, kom­me es nicht an.


Hier­von aus­ge­hend, sei nicht zu bean­stan­den, dass der Sat­zungs­ge­ber erst bei einem pau­scha­len Abstand von 200 Metern zu ande­ren bewohn­ten Gebäu­den von einem beson­de­ren Bewa­chungs­be­darf durch einen Hund aus­ge­he. Es han­de­le sich um ein ver­gleichs­wei­se leicht zu bestim­men­des Kri­te­ri­um, wel­ches auch nicht offen­sicht­lich untaug­lich sei. Näher woh­nen­de Per­so­nen sei­en grund­sätz­lich eher in der Lage Wahr­neh­mun­gen zu machen und ggf. hel­fend ein­zu­grei­fen. Die­se Wahr­neh­mun­gen beruh­ten auch nicht zwangs­läu­fig auf Sicht­kon­takt. Auch Eigen­schaf­ten der Nach­barn wie bspw. deren Schutz­be­reit­schaft spiel­ten kei­ne Rol­le, da sich eine objek­ti­ve Schutz­be­dürf­tig­keit hier­aus nicht ablei­ten las­se.


Gegen die Ent­schei­dung kön­nen die Betei­lig­ten inner­halb eines Monats die Zulas­sung der Beru­fung durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bean­tra­gen.
Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen oder recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Jörg Pas­sau
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