(Kiel) Auch nach Inkraft­tre­ten der neu­en euro­pa­recht­li­chen Rege­lun­gen zum August 2009 darf der­zeit Perl­wein aus ita­lie­ni­schen IGT-Wei­nen in Deutsch­land her­ge­stellt und als Vino friz­zan­te IGT in Ver­kehr gebracht wer­den.

Das, so der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat die 5. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts (VG) Trier in einem am 08.11.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 27. Okto­ber 2010 (Az.: 5 K 557/10.TR) ent­schie­den und hat damit der Kla­ge einer in Trier ansäs­si­gen Fir­ma Recht gege­ben, die in Ita­li­en Tafel­wein unter­schied­li­cher Reb­sor­ten und Her­kunft mit der Anga­be IGT gekauft hat, um die­se in Deutsch­land zu ver­schnei­den, zu ver­per­len und als Vino friz­zan­te IGT in Ver­kehr zu brin­gen.


Das beklag­te Land Rhein­land-Pfalz beab­sich­tig­te dies im Wesent­li­chen mit der Begrün­dung zu unter­sa­gen, dass der Ver­schnitt und das Ver­per­len ver­schie­de­ner IGT Wei­ne nur in dem jewei­li­gen geo­gra­fi­schen Gebiet erfol­gen dür­fe.

Die­ser Auf­fas­sung ver­moch­ten sich die Rich­ter der 5. Kam­mer so nicht anzu­schlie­ßen, betont Rechts­an­walt Hün­lein.

Zwar tref­fe es zu, dass ein eine geo­gra­fi­sche Anga­be tra­gen­der Perl­wein nach dem nun­mehr gel­ten­den Recht – anders als nach der frü­he­ren Rechts­la­ge, die Gegen­stand eines Urteils der Kam­mer vom 23. April 2009 – 5 K 826/08.TR – gewe­sen ist – grund­sätz­lich nur noch in dem betref­fen­den Wein­bau­ge­biet her­ge­stellt wer­den dür­fe. Dies gel­te jedoch nicht, wenn eine der gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men ein­grei­fe, was vor­lie­gend der Fall sei. Nach der EG Ver­ord­nung Nr. 607/2009 dürf­ten Wei­ne mit geschütz­ter geo­gra­fi­scher Anga­be bis zum 31. Dezem­ber 2012 auch in einem nicht unmit­tel­bar benach­bar­ten Gebiet wei­ter­hin zu Wein oder aber auch Perl­wein ver­ar­bei­tet wer­den, wenn das Recht des jewei­li­gen Anbau­ge­biets dies zulas­se. Inso­weit rege­le ein ita­lie­ni­sches Dekret, dass IGT Wei­ne bis zum 31. Dezem­ber 2012 auch außer­halb des geo­gra­fi­schen Gebiets ver­ar­bei­tet wer­den dürf­ten, sodass das Vor­ge­hen der Klä­ge­rin jeden­falls der­zeit recht­lich zuläs­sig sei. Gegen die Ent­schei­dung steht den Betei­lig­ten inner­halb eines Monats die vom Ver­wal­tungs­ge­richt wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuge­las­se­ne Beru­fung an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz zu.

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, die Ent­schei­dung sowie einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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