(Kiel) Wirbt eine Zahn­kli­nik in ihrer Wer­be­bro­schü­re mit einer regel­mä­ßi­gen Erin­ne­rung an halb­jähr­li­che Kon­troll­ter­mi­ne, um die 7‑jährige Gewähr­leis­tung auf Zahn­ersatz zu erhal­ten, folgt dar­aus für den Pati­en­ten noch kein selb­stän­di­ger Anspruch auf Garan­tie­leis­tun­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein am 22.04.2010 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Olden­burg, Az.: 5 U 141/09.


Der Klä­ger hat­te sich im Jahr 2004 in einer Zahn­kli­nik mit vier Implan­ta­ten ver­sor­gen las­sen. Die halb­jähr­li­chen Kon­troll­ter­mi­ne hat­te er regel­mä­ßig wahr­ge­nom­men. Den­noch muss­ten ihm drei Implan­ta­te im Jahr 2007 wie­der ent­fernt wer­den. Er ver­klag­te die Zahn­kli­nik und ver­lang­te eine kos­ten­freie Ver­sor­gung mit neu­en Implan­ta­ten. Er berief sich dabei auf die Wer­be­bro­schü­re der Zahn­kli­nik. Die­se hat­te mit dem Satz gewor­ben: “Das haus­ei­ge­ne Recall-Sys­tem erin­nert Sie an Ihre Kon­troll-Ter­mi­ne, deren Ein­hal­tung wich­tig ist für unse­re  7‑jährige Gewähr­leis­tung auf Zahn­ersatz.”


Nach der Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts ist jedoch allein durch die­se Aus­sa­ge in der Wer­be­bro­schü­re kein selb­stän­di­ger Garan­tie­ver­trag mit dem Klä­ger geschlos­sen wor­den, betont Klar­mann.


Der Hin­weis in der Bro­schü­re sei eine schlich­te Wer­be­aus­sa­ge. Um ver­trag­li­che  Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che­zu haben, müs­se aus­drück­lich ein selb­stän­di­ger Garan­tie­ver­trag geschlos­sen oder zumin­dest eine “Garan­ti­eur­kun­de” über­ge­ben wor­den sein. Die beson­de­re gesetz­li­che Bestim­mung des § 443 BGB, die dem Schutz des Ver­brau­chers bei Garan­tie­zu­sa­gen in der Wer­bung dient, gel­te nur für Kauf­ver­trä­ge und nicht für einen wie vom Klä­ger mit der Zahn­kli­nik geschlos­se­nen Dienst­ver­trag. Die Ent­schei­dung ist rechts­kräf­tig.


Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
DASV Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 – 974 300
Fax: 0431 – 974 3099
Email: j.klarmann@pani‑c.de
www.pani‑c.de