(Kiel) In einem aktu­el­len Urteil setzt sich das Finanz­ge­richt Mün­chen mit der Fra­ge aus­ein­an­der, wie Waren­gut­schei­ne steu­er­lich zu beur­tei­len sind.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Steu­er­be­ra­ter und Fach­be­ra­ter für Rating (DStV e.V.) Frank Zin­gel­mann von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Finanz­ge­richts Mün­chen vom 3.3.2009, Az.: 8 ‑K-3213/07.


Waren­gut­schei­ne sind nur dann als Sach­be­zug nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu behan­deln, wenn die Gut­schei­ne auf eine nach Art und Men­ge kon­kret bezeich­ne­te Sache lau­ten. Weist hin­ge­gen ein Gut­schein ohne kon­kre­te Bezeich­nung der zu bezie­hen­den Ware ledig­lich einen Geld­be­trag aus, der bei Ein­lö­sung des Gut­scheins auf den Kauf­preis ange­rech­net wird, ist von einer Bar­lohn­zu­wen­dung aus­zu­ge­hen. In die­sem Fal­le wäre der Geschenk­gut­schein als steu­er­pflich­ti­ger Arbeits­lohn zu behan­deln.
Wenn auf dem Gut­schein Art und Men­ge der zu bezie­hen­den Ware ver­merkt ist, han­delt es sich um einen begüns­tig­ten Sach­be­zug, der steu­er­frei sein kann, wenn die Frei­gren­ze von € 44,00 nicht über­schrit­ten wird. Aber Ach­tung, so warnt Zin­gel­mann, wenn der Gut­schein die zusätz­li­che Wert­an­ga­be in Euro ent­hält, ist in jedem Fall für die Anwen­dung der 44-EUR-Frei­gren­ze schäd­lich!


Das Finanz­ge­richt hat die Revi­si­on wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuge­las­sen. Es bleibt des­halb abzu­war­ten, ob der Fall beim BFH erneut ver­han­delt wer­den wird.


• Bei­spiel: Kon­kret bezeich­ne­te Sache bei Gut­schei­nen   


Der Arbeit­ge­ber gewährt sei­nem Arbeit­neh­mer fol­gen­den Gut­schein: “30 Liter Die­sel im Wert von höchs­tens 44 EUR”, der bei einer bestimm­ten Tank­stel­le ein­zu­lö­sen ist. Der Arbeit­ge­ber hat ermit­telt, dass bei Hin­ga­be des Gut­scheins der Liter Die­sel 1,35 EUR kos­tet.
Da ein Höchst­be­trag ange­ge­ben ist, liegt kein Sach­be­zug vor; die 44-EUR-Frei­gren­ze ist nicht anwend­bar. Der Wert des Gut­scheins in Höhe von 40,50 EUR ist steu­er­pflich­ti­ger Arbeits­lohn.      


• Bei­spiel: Nicht kon­kret bezeich­ne­te Sache bei Gut­schei­nen     


Der Arbeit­ge­ber gewährt sei­nem Arbeit­neh­mer fol­gen­den Gut­schein: “30 Liter Die­sel”, der bei einer bestimm­ten Tank­stel­le ein­zu­lö­sen ist. Der Arbeit­ge­ber hat ermit­telt, dass bei Hin­ga­be des Gut­scheins der Liter Die­sel 1,35 EUR kos­tet.
Da die Ware kon­kret bezeich­net und kein Höchst­be­trag ange­ge­ben ist, liegt ein Sach­be­zug vor; die 44-EUR-Frei­gren­ze ist anwend­bar. Unter der Vor­aus­set­zung, dass kei­ne wei­te­ren Sach­be­zü­ge i.S. v. § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG im Monat gewährt wer­den, ist der Vor­teil in Höhe von 40,50 EUR des­halb steu­er­frei.   


Zin­gel­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Frank Zin­gel­mann
Zin­gel­mann Steu­er­be­ra­tungs­ges. mbH
Steu­er­be­ra­ter, Fach­be­ra­ter für Rating (DStV e. V.)
Habicht­horst 42
22459 Ham­burg
 Tele­fon: 040/5518051
Fax: 040/5554419
Email: frank.zingelmann@gmx.de
www.zingelmann-stb.de