(Kiel) Bei einem Was­ser­scha­den, für den eine Ver­si­che­rung den Scha­den zu zah­len hat, muss der ver­si­cher­te Geschä­dig­te grund­sätz­lich nicht ein von dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men aus­ge­wähl­tes Unter­neh­men beauf­tra­gen, son­dern darf die Scha­dens­be­sei­ti­gung auch einem Unter­neh­men sei­ner Wahl über­las­sen. Das gilt jeden­falls dann, wenn der Ver­si­che­rungs­ver­trag nichts Gegen­tei­li­ges vor­sieht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­rich­tes (OLG) vom 29. Juli 2001 zu sei­nem Urteil vom 19.07.2011 in einer wett­be­werbs­recht­li­chen Strei­tig­keit – Az.: 6 U 70/10.

In einem Haus in Bad Oldes­loe war im Som­mer letz­ten Jah­res auf­grund einer defek­ten Wasch­ma­schi­ne ein Lei­tungs­was­ser­scha­den auf­ge­tre­ten. Der Haus­ei­gen­tü­mer beauf­trag­te dar­auf­hin das kla­gen­de Unter­neh­men aus dem Kie­ler Umland mit der Durch­füh­rung der Trock­nungs­ar­bei­ten. Für den Was­ser­scha­den bestand eine Scha­dens­ver­si­che­rung (ver­bun­de­ne Gebäu­de­ver­si­che­rung). Als der Regu­lie­rungs­be­auf­trag­te der Ver­si­che­rung vor Ort erschien, um sich den Scha­den anzu­se­hen, mein­te er, dass die begon­ne­ne Art der Raum­t­rock­nung im Hin­blick auf den Boden­auf­bau (schwim­men­der Est­rich) nicht fach­ge­recht sei. Ob der Beauf­trag­te den Haus­ei­gen­tü­mer auch auf­ge­for­dert hat, den Ver­trag mit der Trock­nungs­fir­ma zu kün­di­gen, war zwi­schen den Par­tei­en strei­tig. Jeden­falls kün­dig­te der Haus­ei­gen­tü­mer in der Fol­ge­zeit dem Unter­neh­men und es wur­de ein ande­res Unter­neh­men mit den Trock­nungs­ar­bei­ten beauf­tragt, das der Regu­lie­rungs­be­auf­trag­te der Ver­si­che­rung dem Haus­ei­gen­tü­mer genannt hat­te.

Das Ober­lan­des­ge­richt sah kein unlau­te­res Wett­be­werbs­ver­hal­ten der beklag­ten Ver­si­che­rung und wies den Eil­an­trag des kla­gen­den Unter­neh­mens für Trock­nungs­ar­bei­ten zurück (einst­wei­li­ges Ver­fü­gungs­ver­fah­ren). Das kla­gen­de Unter­neh­men hat­te noch in ers­ter Instanz vor dem Land­ge­richt Lübeck Erfolg gehabt.

Zur Begrün­dung führt das Ober­lan­des­ge­richt u.a. aus, so Klar­mann:

Zwar hat­te das beklag­te Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men tat­säch­lich nicht das Recht, ihrem Ver­si­che­rungs­neh­mer zu ver­bie­ten, selbst die Scha­dens­be­sei­ti­gung in markt­ge­rech­ter Wei­se in Auf­trag zu geben. Da der Regu­lie­rungs­be­auf­trag­te der Ver­si­che­rung aber von einer nicht fach­ge­rech­ten Aus­füh­rung der Arbei­ten aus­ging, stell­te sich im kon­kre­ten Fall auch eine Auf­for­de­rung zur Kün­di­gung des bis­he­ri­gen Unter­neh­mens nicht als unlau­te­res Geschäfts­ver­hal­ten dar. Dies gilt selbst dann, wenn die Ein­schät­zung des Regu­lie­rungs­be­auf­trag­ten unzu­tref­fend gewe­sen sein soll­te und die bis­he­ri­gen Arbei­ten tat­säch­lich fach­ge­recht waren. Allen­falls liegt dann eine unsorg­fäl­ti­ge Beur­tei­lung des Regu­lie­rungs­be­auf­trag­ten vor, die aber kei­nen wett­be­werbs­recht­li­chen Unter­las­sungs­an­spruch recht­fer­tigt.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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