(Kiel) Wer­den auf einer Inter­net­sei­te Inhal­te Drit­ter im Rah­men von RSS-Feeds ein­ge­bun­den, so haf­tet der Betrei­ber die­ser Sei­te auf Unter­las­sung, wenn die­se Inhal­te rechts­wid­rig sind.

Hier­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Mathi­as Zim­mer-Goertz von der Kanz­lei Bei­ten Burk­hardt und Mit­glied der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. (DASV) unter Hin­weis auf ein ent­spre­chen­des Urteil des Land­ge­richts (LG) Ber­lin vom 27.04.2010 (Az. 27 O 190/10).


In dem ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Web­site­be­trei­ber Inhal­te der Online-Aus­ga­be einer Zei­tung auf sei­ner Inter­net­sei­te über einen RSS-Feed ein­ge­bun­den, so dass dort ins­be­son­de­re die Schlag­zei­le, ein kur­zer Text­an­riss sowie ein Link zu dem Arti­kel auf der Web­site der Zei­tung dar­ge­stellt waren. Der auf Unter­las­sung in Anspruch genom­me­ne Web­site­be­trei­ber berief sich dies­be­züg­lich dar­auf, dass ihm die Form der Mel­dung von der Zei­tung vor­ge­ge­ben und der Bei­trag auch deut­lich mit einem Her­kunfts­hin­weis ver­se­hen war.


Nach Ansicht der Ber­li­ner Rich­ter haf­tet der Web­site-Betrei­ber aber den­noch auf Unter­las­sung für rechts­wid­ri­ge Mel­dun­gen, die er über den RSS-Chan­nel der Zei­tung auf sei­nen Inter­net­sei­ten ver­öf­fent­licht. Danach hat sich der Betrei­ber mit Ein­stel­len des über den RSS-Feed bezo­ge­nen Betrags auf sei­ner Inter­net­sei­te die­sen Bei­trag zu Eigen gemacht.


Damit ist die recht­li­che Situa­ti­on beim Ein­bin­den von RSS-Feeds nicht ver­gleich­bar mit dem Betrieb eines Online-Dis­kus­si­ons-Forums, bei dem der Betrei­ber ledig­lich Drit­ten eine Platt­form zur Ver­öf­fent­li­chung von Bei­trä­gen bie­tet und regel­mä­ßig nicht ver­pflich­tet ist, jeden Bei­trag vor­ab zu prü­fen. Den ent­schei­den­den Unter­schied sahen die Rich­ter in dem Umstand, dass der Web­site-Betrei­ber als “Herr des Ange­bots” die Ver­öf­fent­li­chung des über den RSS-Feed bezo­ge­nen Bei­trags auf sei­ner eige­nen Inter­net­sei­te selbst ver­an­lasst hat. Dar­an ändert auch der Umstand nichts, dass bei dem frag­li­chen Bei­trag deut­lich wur­de, dass er von einem Drit­ten erstellt wur­de.


Rechts­an­walt Zim­mer Goertz weist ins­be­son­de­re dar­auf hin, dass das Gericht dabei aus­drück­lich auf einen auf der Web­site vor­han­de­nen Haf­tungs­aus­schluss Bezug genom­men hat. “Ein sol­cher Haf­tungs­aus­schluss, wie ihn vie­le Web­site­be­trei­ber auf ihrer Sei­te ver­wen­den, reich­te in dem ent­schie­de­nen Fall nicht aus, um sich von den frem­den Inhal­ten aus­rei­chend zu distan­zie­ren.”


Nach Ansicht von Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz unter­streicht die­ses Urteil die aktu­el­le Ten­denz in der Recht­spre­chung, die Gren­zen der Haf­tung im Online-Bereich sehr weit zu zie­hen: “Soll­te sich die Rechts­an­sicht des LG Ber­lin durch­set­zen, dann müss­te jeder Web­site-Betrei­ber jeden ein­zel­nen über einen RSS-Feed bezo­ge­nen Bei­trag vor der Ver­öf­fent­li­chung auf den eige­nen Inter­net­sei­ten über­prü­fen, selbst wenn die­ser von einer renom­mier­ten Quel­le stammt.”


Als Alter­na­ti­ve zur Über­prü­fung im Ein­zel­fall sieht Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz die Mög­lich­keit, die Web­site so zu gestal­ten, dass eine hin­rei­chen­de Distan­zie­rung von Inhal­ten Drit­ter gege­ben ist. Ange­sichts der stren­gen Anfor­de­run­gen der Gerich­te an eine sol­che Distan­zie­rung, ist dies­be­züg­lich aber die Inan­spruch­nah­me anwalt­li­cher Bera­tung emp­feh­lens­wert.


Bei hier­zu auf­kom­men­den Rechts­fra­gen ver­weist Rechts­an­walt Zim­mer-Goertz u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. — www.mittelstands-anwaelte.de.


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