(Kiel) Der Nach­bar hat einen Anspruch dar­auf, dass vom Nach­bar­grund­stück kei­ne Baum­wur­zeln in sei­nen Rasen drin­gen, sofern die­ser dadurch in gro­ßem Maße durch­wu­chert wird

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 19. Juli 2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Amts­ge­richts (AG) Mün­chen vom 12.02.2010, Az.: 121 C 15076/09, rechts­kräf­tig.

An der Gren­ze zwei­er Grund­stü­cke stan­den auf der einen Sei­te vier Bäu­me, deren Wur­zeln auf das ande­re Grund­stück ein­dran­gen und den Rasen durch­wu­cher­ten. Alle vier Bäu­me waren auch nicht mehr im bes­ten Zustand, aller­dings hat­te die Eigen­tü­me­rin des angren­zen­den Grund­stücks dies bis­her hin­ge­nom­men und eine Besei­ti­gung nicht ver­langt. Nun­mehr wur­de es ihr aber zuviel.

Der Rasen sei so beein­träch­tigt, dass sie ihn auch nicht mehr pfle­gen kön­ne, wand­te sie sich an die Nach­barn und bat um Abhil­fe. Die­se wei­ger­ten sich jedoch. Ein Abschnei­den der Wur­zeln wür­de zur Fäl­lung der Bäu­me füh­ren und sei unbil­lig. Schließ­lich sei der Anspruch auf Fäl­lung ver­jährt, die Bäu­me sei­en schon fast 20 Jah­re alt. Die Besei­ti­gung sei auch viel zu teu­er.

Nach dem ein Schlich­tungs­ver­such schei­ter­te, erhob die Eigen­tü­me­rin des beschä­dig­ten Rasens Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Mün­chen. Die zustän­di­ge Rich­te­rin gab ihr Recht, so Klar­mann.

Eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung des Rasens durch die Wur­zeln der Bäu­me des Nach­bar­grund­stücks lie­ge vor. Die­ser sei in gro­ßem Maße durch­wu­chert. Teil­wei­se rag­ten die Wur­zeln über die Ober­flä­che des Rasens hin­aus. Eine sach­ge­rech­te Pfle­ge und ein unge­stör­tes Wachs­tum sei­en nicht mehr mög­lich. Der Besei­ti­gungs­an­spruch sei auch nicht unbil­lig. Die betrof­fe­nen Bäu­me sei­en nach den Fest­stel­lun­gen von Fach­leu­ten nicht mehr erhal­tens­wert. Soll­ten sie durch das Kap­pen der Wur­zeln abster­ben und müss­ten sie gefällt wer­den, wür­de dies die Beklag­ten nicht über Gebühr benach­tei­li­gen. Auch dass die Klä­ge­rin die Fäl­lung der Bäu­me selbst wegen Ver­jäh­rung nicht mehr ver­lan­gen kön­ne, ste­he dem Anspruch nicht ent­ge­gen. Die­se Ver­jäh­rung betref­fe den hier gel­tend gemach­ten Anspruch nicht. Dass die­ser rein fak­tisch zu einer Fäl­lung füh­ren kön­ne, mache ihn nicht unbil­lig. Auch die Kos­ten sprä­chen nicht gegen einen Besei­ti­gungs­an­spruch. Schließ­lich müss­ten die Beklag­ten auf Grund des Alters der Bäu­me sowie­so mit einer Fäl­lung rech­nen. 

Klar­mann emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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