(Kiel) Einer Kun­din, die durch feh­ler­haf­tes Blon­die­ren am Hin­ter­kopf eine Ver­ät­zung und in deren Fol­ge eine 5 x 5 cm gro­ße kah­le Stel­le erlit­ten hat­te, wur­de vom Land­ge­richt Coburg ein Schmer­zens­geld von 5.000,– € gegen den Fri­seur zuge­spro­chen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 22.01.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Land­ge­richts (LG) Coburg vom 29.07.2009, Az.21 O 205/09.


Die Klä­ge­rin ließ sich in einem Fri­seur­sa­lon die Haa­re blon­die­ren. Dabei trug eine Mit­ar­bei­te­rin des Fri­seur­sa­lons das Blon­die­rungs­mit­tel ver­se­hent­lich auf die Kopf­haut der Klä­ge­rin auf. Dadurch wur­de die Haut am Hin­ter­kopf ver­ätzt und ver­ur­sach­te auf dem Hin­ter­kopf der Klä­ge­rin eine etwa 5 x 5 cm gro­ße kah­le Stel­le, an der kei­ne Haa­re mehr wach­sen. Die Haft­pflicht­ver­si­che­rung der beklag­ten Mit­ar­bei­te­rin und der Che­fin des Fri­seur­sa­lons zahl­te an die Klä­ge­rin 1.000 € Schmer­zens­geld und bot ins­ge­samt ein Schmer­zens­geld in Höhe von 5.000 € an. Die Klä­ge­rin mein­te hin­ge­gen, ihr stün­de ein Schmer­zens­geld von 20.000 € zu, da sie dau­ernd ent­stellt sei. Sogar ihre Hei­rats­chan­cen sei­en dadurch gemin­dert. Die Beklag­ten mein­ten, die Klä­ge­rin kön­ne sich an der kah­len Stel­le ope­ra­tiv Haa­re ein­pflan­zen las­sen.


Das. so Klar­mann, ging dem Land­ge­richt Coburg jedoch denn zu weit. Die­ses hielt ein Schmer­zens­geld von 5.000.– € für aus­rei­chend und ange­mes­sen.


Hier­bei nahm das Gericht zu Guns­ten der Klä­ge­rin an, dass sie star­ke Schmer­zen erlit­ten hat­te und viel­fach einen Haut­arzt auf­su­chen muss­te. Auch sei die Klä­ge­rin nicht ver­pflich­tet, sich einer Haar­im­plan­ta­ti­on zu unter­zie­hen, da die­se mit Risi­ken ver­bun­den sei, die die Klä­ge­rin nicht ein­ge­hen müs­se. Daher sei die kah­le Stel­le ein Dau­er­scha­den. Das Gericht stell­te nach Betrach­tung der Kopf­haut der Klä­ge­rin fest, dass die kah­le Stel­le nur dann zu erken­nen ist, wenn man mit den Hän­den die Haa­re anhebt. Die Klä­ge­rin sei daher nicht ent­stellt. Eine Min­de­rung der Hei­rats­chan­cen erach­te­te das Gericht als äußerst fern­lie­gend. Das Gericht hielt im vor­lie­gen­den Fall ein Schmer­zens­geld von 5.000 € für ange­mes­sen. Im Ver­gleich mit ande­ren Ent­schei­dun­gen zu Haar­ver­let­zun­gen stell­te das Gericht fest, dass nur in sel­tens­ten Fäl­len ein Schmer­zens­geld von meh­re­ren Tau­send Euro zuge­spro­chen wur­de. In die­sen Fäl­len hät­ten die Geschä­dig­ten wesent­lich gra­vie­ren­de­re Ver­let­zun­gen und Fol­ge­er­schei­nun­gen erlit­ten. Daher sprach das Land­ge­richt Coburg kein höhe­res Schmer­zens­geld zu als die von der Haft­pflicht­ver­si­che­rung der Beklag­ten ange­bo­te­nen und im Pro­zess aner­kann­ten 5.000 €.


Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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