Pressemit­teilung des BFH Nr. 24 vom 02. Mai 2019

BFH stärkt Ehre­namt: Ver­luste aus neben­beru­flich­er Tätigkeit als Übungsleit­er sind steuer­lich grund­sät­zlich abziehbar

Urteil vom 20.11.2018 VIII R 17/16

Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 20. Novem­ber 2018 VIII R 17/16 entsch­ieden, dass Ver­luste aus ein­er neben­beru­flichen Tätigkeit als Übungsleit­er auch dann steuer­lich berück­sichtigt wer­den kön­nen, wenn die Ein­nah­men den sog. Übungsleit­er­frei­be­trag nach § 3 Nr. 26 des Einkom­men­steuerge­set­zes in Höhe von 2.400 € pro Jahr nicht übersteigen.

Im Stre­it­fall hat­te der Kläger als Übungsleit­er Ein­nah­men in Höhe von 108 € erzielt. Dem standen Aus­gaben in Höhe von 608,60 € gegenüber. Die Dif­ferenz von 500,60 € machte der Kläger in sein­er Einkom­men­steuer­erk­lärung 2013 als Ver­lust aus selb­ständi­ger Tätigkeit gel­tend. Das Finan­zamt berück­sichtigte den Ver­lust jedoch nicht. Es ver­trat die Auf­fas­sung, Betrieb­saus­gaben oder Wer­bungskosten aus der Tätigkeit als Übungsleit­er kön­nten steuer­lich nur dann berück­sichtigt wer­den, wenn sowohl die Ein­nah­men als auch die Aus­gaben den Übungsleit­er­frei­be­trag über­steigen. Das Finanzgericht (FG) gab der dage­gen erhobe­nen Klage statt.

Der BFH bestätigte die Auf­fas­sung des FG, dass ein Übungsleit­er, der steuer­freie Ein­nah­men unter­halb des Übungsleit­er­frei­be­trags erzielt, die damit zusam­men­hän­gen­den Aufwen­dun­gen steuer­lich gel­tend machen kann, soweit sie die Ein­nah­men über­steigen. Andern­falls würde der vom Geset­zge­ber bezweck­te Steuer­vorteil für neben­beru­fliche Übungsleit­er in einen Steuer­nachteil umschlagen.

Der BFH hat die Sache allerd­ings zur nochma­li­gen Ver­hand­lung und Entschei­dung an das FG zurück­ver­wiesen. Das FG wird nun­mehr prüfen müssen, ob der Kläger die Übungsleit­ertätigkeit mit der Absicht der Gewin­nerzielung aus­geübt hat. Diese Frage stellt sich, weil die Ein­nah­men des Klägers im Stre­it­jahr nicht ein­mal annäh­ernd die Aus­gaben gedeckt haben. Sollte das FG zu der Überzeu­gung gelan­gen, dass keine Gewin­nerzielungsab­sicht vor­lag, wären die Ver­luste steuer­lich nicht zu berücksichtigen.

siehe auch: Urteil des VIII. Sen­ats vom 20.11.2018 — VIII R 17/16 -

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