(Kiel) Der Bun­des­fi­nanzhof hat entsch­ieden, dass die sach­liche Gewerbesteuerpflicht eines Grund­stück­shändlers früh­estens mit dem Abschluss eines Kaufver­trages über eine erste Immo­bilie begin­nt. Erst durch den entsprechen­den Kauf sei er in der Lage, seine Leis­tung am Markt anzubieten.

Darauf ver­weist der Kiel­er Steuer­ber­ater Jörg Pas­sau, Vizepräsi­dent und geschäfts­führen­des Vor­standsmit­glied der DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e. V. in Kiel unter Hin­weis auf die Pressemit­teilung des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) vom 20.10.2022 zu seinem Urteil vom 01.09.2022 — IV R 13/20.

Im Stre­it­fall ist die Klägerin, eine Anfang 2011 gegrün­dete Gesellschaft, deren Wirtschaft­s­jahr am 01.06. eines Jahres begin­nt und am 31.05. des Fol­ge­jahres endet, als gewerbliche Grund­stücks-händ­lerin tätig. Im Wirtschaft­s­jahr 2011/2012 (01.06.2011 bis 31.05.2012) hat­te sie zwar den Erwerb eines ersten Grund­stücks vor­bere­it­et, zum Abschluss des entsprechen­den Kaufver­trages kam es jedoch erst im Juni 2012 und damit im Wirtschaft­s­jahr 2012/2013. Das Finan­zamt (FA) erkan­nte den von der Klägerin für das Wirtschaft­s­jahr 2011/2012 erk­lärten Ver­lust von rund ein­er Mil­lio­nen Euro nicht an. Es war der Auf­fas­sung, die von der Klägerin im Wirtschaft­s­jahr 2011/2012 unter­nomme­nen Akqui­si­tion­stätigkeit­en kön­nten noch keine Gewerbesteuerpflicht begrün­den. Die Fest­stel­lung des erk­lärten Gewer­bev­er­lustes sei daher ausgeschlossen.

Der BFH hat die Auf­fas­sung des FA jet­zt bestätigt. Er hob die Entschei­dung des Finanzgerichts auf und wies die Klage ab.

Ein gewerblich­er Grund­stück­shändler nehme seine wer­bende Tätigkeit früh­estens mit der Anschaf­fung der ersten Immo­bilie auf. Maßge­blich sei der Abschluss eines entsprechen­den Kaufver­trages, denn erst hier­durch werde er in die Lage ver­set­zt, seine Leis­tung am Markt anzu­bi­eten. Vor­bere­itung­shand­lun­gen, die dem Abschluss eines entsprechen­den Kaufver­trages dien­ten, genügten demge­genüber nicht.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beacht­en und bei Fra­gen auf jeden Fall Recht­srat einzu­holen, wobei er in diesem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — verwies.

 

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