BGH, Beschluss vom 16.02.2022, AZ VIII ZR 123/21

Aus­gabe: 02/03–2022

a) Die Berlin­er Mieten­be­gren­zungsverord­nung vom 28. April 2015 (GVBl. 2015 S. 101) ist nicht wegen ein­er unzure­ichen­den Veröf­fentlichung der Begrün­dung unwirk­sam. Die Verord­nungs­be­grün­dung ist in hin­re­ichen­der Weise und rechtzeit­ig vor Inkraft­treten der Verord­nung am 1. Juni 2015 veröf­fentlicht wor­den (Bestä­ti­gung des Sen­at­surteils vom 27. Mai 2020 — VIII ZR 45/19, BGHZ 225, 352 Rn. 83 ff. sowie des Sen­ats­beschlusses vom 27. Mai 2020 — VIII ZR 292/19, WuM 2020, 488 Rn. 6 ff.).
b) Nimmt ein reg­istri­ert­er Inkas­so­di­en­stleis­ter im Rah­men der von ihm für den Mieter ein­er Woh­nung gemäß § 556d Abs. 2 BGB erhobe­nen Rüge eines Ver­stoßes gegen die Vorschriften über die Begren­zung der Miethöhe (§§ 556d ff. BGB) den Ver­mi­eter nicht nur auf Rück­er­stat­tung zu viel gezahlter Miete in Anspruch, son­dern fordert er den Ver­mi­eter zusät­zlich dazu auf, kün­ftig von dem Mieter nicht mehr die als über­höht gerügte Miete zu ver­lan­gen und diese auf den zuläs­si­gen Höch­st­be­trag her­abzuset­zen, ist diese Auf­forderung nicht als eine — einem reg­istri­erten Inkas­so­di­en­stleis­ter nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 RDG, § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG aF nicht ges­tat­tete — Maß­nahme der Anspruchsab­wehr anzuse­hen (Bestä­ti­gung des Sen­at­surteils vom 27. Novem­ber 2019 — VIII ZR 285/18, BGHZ 224, 89 Rn. 162; Anschluss an Sen­at­surteile vom 27. Mai 2020 — VIII ZR 31/19, WuM 2020, 645 Rn. 26 ff.; VIII ZR 121/19, juris Rn. 27 ff.; VIII ZR 128/19, juris Rn. 27 ff.; und VIII ZR 129/19, ZIP 2020, 1619 Rn. 27 ff.)

BGB § 312j Abs. 2, 3, 4

Beauf­tragt ein Ver­brauch­er (hier: Woh­nungsmi­eter) einen Inkas­so­di­en­stleis­ter im elek­tro­n­is­chen Rechtsverkehr mit ein­er Beitrei­bung ein­er möglicher­weise beste­hen­den Forderung gegen seinen Ver­mi­eter (hier: Rück­er­stat­tung zu viel gezahlter Miete ver­bun­den mit der Auf­forderung, kün­ftig von dem Mieter nicht mehr die als über­höht gerügte Miete zu ver­lan­gen) und ist das vere­in­barte Ent­gelt nur unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen, näm­lich auss­chließlich im Erfol­gs­fall, geschuldet und beste­ht lediglich darin, dass der Beitreibende an dem möglichen Erfolg ein­er Forderungsre­al­isierung beteiligt wird, ste­ht dem Zus­tandekom­men des Ver­trags gemäß § 312j Abs. 4 BGB aus­nahm­sweise nicht ent­ge­gen, dass die von dem Inkas­so­di­en­stleis­ter auf sein­er Inter­net-Seite ver­wen­dete Schalt­fläche “Miet­senkung beauf­tra­gen” nicht mit den Worten “zahlungspflichtig bestellen” oder mit ein­er entsprechen­den For­mulierung beschriftet ist.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rech…