, Beschluss vom 17.04.2019

Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 22 vom 17. April 2019

Maß­geb­lich­keit aus­län­di­scher Buch­füh­rungs­pflich­ten im deut­schen Besteue­rungs­ver­fah­ren

Urteil vom 14.11.2018 I R 81/16

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 14. Novem­ber 2018 I R 81/16 ent­schie­den, dass eine auf aus­län­di­schem Recht beru­hen­de Buch­füh­rungs­pflicht eines Steu­er­pflich­ti­gen zugleich als Mit­wir­kungs­pflicht im (inlän­di­schen) Steu­er­ver­fah­ren zu beur­tei­len ist.

Nach der Vor­schrift des § 140 der Abga­ben­ord­nung (AO) sind Auf­zeich­nungs- und Buch­füh­rungs­pflich­ten aus ande­ren als Steu­er­ge­set­zen auch für Besteue­rungs­zwe­cke zu erfül­len. Dadurch wer­den ins­be­son­de­re die Buch­füh­rungs­pflich­ten nach dem deut­schen Han­dels­ge­setz­buch in steu­er­li­che Mit­wir­kungs­pflich­ten “trans­for­miert”. Das ent­las­tet einer­seits den Gesetz­ge­ber, der nicht erst spe­zi­fi­sche Buch­füh­rungs­pflich­ten schaf­fen muss. Für den Steu­er­pflich­ti­gen ergibt sich der Vor­teil, dass er die ohne­hin zu fer­ti­gen­den Buch­füh­rungs­un­ter­la­gen zugleich auch für Steu­er­zwe­cke ver­wen­den kann. Der BFH hat nun ent­schie­den, dass auch etwai­ge aus­län­di­sche Buch­füh­rungs­pflich­ten durch § 140 AO in steu­er­li­che Mit­wir­kungs­pflich­ten trans­for­miert wer­den.

Der vom BFH ent­schie­de­ne Fall betrifft eine liech­ten­stei­ni­sche Akti­en­ge­sell­schaft mit inlän­di­schen Ver­mie­tungs­ein­künf­ten, die nach liech­ten­stei­ni­schem Recht buch­füh­rungs­pflich­tig ist. Das Finanz­amt woll­te die Gesell­schaft zusätz­lich zur Buch­füh­rung nach deut­schem Steu­er­recht ver­pflich­ten. Der BFH hat ent­schie­den, dass eine sol­che Ver­pflich­tung nicht erfor­der­lich ist, weil die Gesell­schaft bereits nach § 140 AO für Steu­er­zwe­cke zur Buch­füh­rung ver­pflich­tet ist.

sie­he auch: Urteil des I. Senats vom 14.11.2018 — I R 81/16 -

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