(Kiel) Das Finanz­ge­richt Ham­burg holt erneut eine Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts (BVerfG) zum Ver­lust­ab­zug bei Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten ein. Mit Beschluss vom 29. 8. 2017 hat der 2. Senat das BVerfG zu der Fra­ge ange­ru­fen, ob § 8c Satz 2 des KStG in der Fas­sung des Unter­neh­men­steu­er­re­form­ge­set­zes 2008 ver­fas­sungs­wid­rig ist. Hier­von ist der vor­le­gen­de Senat über­zeugt.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Steu­er­be­ra­ter Frank Zin­gel­mann von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel.

Das BVerfG hat­te mit Beschluss vom 29.3.2017 (2 BvL 6/11) auf eine frü­he­re Vor­la­ge des Finanz­ge­richts Ham­burg ent­schie­den, dass der Ver­lust­ab­zug bei Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten nach § 8c Satz 1 KStG a.F. (jetzt § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG) gegen das Grund­ge­setz ver­stößt. Die Rege­lung in § 8c Satz 1 KStG a.F., wonach der Ver­lust­vor­trag einer Kapi­tal­ge­sell­schaft an-tei­lig weg­fällt, wenn inner­halb von fünf Jah­ren mehr als 25 % und bis zu 50 % der Antei­le über­tra­gen wer­den (schäd­li­cher Betei­li­gungs­er­werb), ist mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits-grund­satz unver­ein­bar. Das BVerfG hat dem Gesetz­ge­ber auf­ge­ge­ben, den Ver­fas­sungs-ver­stoß bis zum 31.122018 rück­wir­kend für die Zeit ab 1.1.2008 bis 31.12.2015 zu besei­ti­gen.

Gegen­stand der neu­en Vor­la­ge an das BVerfG ist die Rege­lung in § 8c Satz 2 KStG a.F., Gegen­stand der neu­en Vor­la­ge an das BVerfG ist die Rege­lung in § 8c Satz 2 KStG a.F., wonach der Ver­lust­vor­trag einer Kapi­tal­ge­sell­schaft sogar voll­stän­dig weg­fällt, wenn inner­halb von fünf Jah­ren mehr als 50 % der Antei­le über­tra­gen wer­den. Damit wird eine wei­te­re Vari­an­te der höchst umstrit­te­nen Ver­lust­ab­zugs­be­schrän­kung auf den ver­fas­sungs­recht­li­chen Prüf­stand gestellt. Eine schrift­li­che Begrün­dung der Ent­schei­dung liegt noch nicht vor. Vor­la­ge­be­schluss des 2. Senats vom 29.8.2017, 2 K 245/17.

Zin­gel­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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Frank Zin­gel­mann

Steu­er­be­ra­ter, außer­dem tätig als Fach­be­ra­ter für Rating (DStV e. V.) sowie Fach­be­ra­ter für Unter­neh­mens­nach­fol­ge (DStV e.V.)

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