(Kiel) Die Ver­ei­ni­gung ita­lie­ni­scher Her­stel­ler von Par­ma­schin­ken hat vor dem 6. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Köln einen Erfolg gegen einen Ver­trei­ber von “Cul­atel­lo di Par­ma” errun­gen. Der für Wett­be­werbs­sa­chen zustän­di­ge Senat bestä­tig­te mit Urteil vom 18.01.2019 eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts Köln, wonach ein als “Cul­atel­lo di Par­ma” in Deutsch­land ver­trie­be­ner Schin­ken als unzu­läs­si­ge Anspie­lung auf die geschütz­te Pro­dukt­be­zeich­nung “Pro­sci­ut­to di Par­ma” so nicht wei­ter ver­kauft wer­den darf.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts Köln vom 23.01.2019 zu dem Urteil, Az. 6 U 61/18.

Der Senat muss­te sich bei der Ent­schei­dung mit den Details der ita­lie­ni­schen Schin­ken­her­stel­lung befas­sen. Wäh­rend “Pro­sci­ut­to di Par­ma” eine seit vie­len Jah­ren euro­pa­weit geschütz­te Ursprungs­be­zeich­nung ist, trifft dies auf die aus der glei­chen Regi­on stam­men­de Schin­ken­art “Cul­atel­lo di Par­ma” nicht zu. Bei bei­den Pro­duk­ten han­delt es sich um auf­ge­schnit­te­ne Roh­schin­ken­schei­ben aus der Hin­ter­keu­le eines Schweins. “Cul­atel­lo” ent­hält aber u.a. mit Pfef­fer und Knob­lauch Zuta­ten, die bei „Pro­sci­ut­to di Par­ma“ nicht zuge­las­sen sind, und darf daher unter die­ser Bezeich­nung nicht ver­trie­ben wer­den.

Der Streit dreh­te sich ins­be­son­de­re um die Fra­ge, ob der ver­klag­te Her­stel­ler durch die Ver­wen­dung der Pro­dukt­be­zeich­nung “Cul­atel­lo di Par­ma” unzu­läs­sig auf den geschütz­ten Begriff “Pro­sci­ut­to di Par­ma” anspielt, was nach der ein­schlä­gi­gen Norm des euro­päi­schen Rechts (Art. 13 der EU-Ver­ord­nung Nr. 1151/2012) nicht erlaubt ist. Eine Anspie­lung ist danach selbst dann ver­bo­ten, wenn der tat­säch­li­che Ursprung des Erzeug­nis­ses ange­ge­ben ist. Da es sich um einen euro­pa­wei­ten Schutz han­delt, kommt es auf die sog. Ver­kehrs­auf­fas­sung des “euro­päi­schen Ver­brau­chers” an.

Bei einer umfas­sen­den Gesamt­ab­wä­gung kam der Senat zu dem Schluss, dass das kon­kret von der Kla­ge betrof­fe­ne Pro­dukt mit die­ser Bezeich­nung und Ver­pa­ckung unzu­läs­sig auf “Pro­sci­ut­to di Par­ma” anspie­le. Dafür spre­che u.a. die Ähn­lich­keit der Pro­dukt­be­zeich­nun­gen und die star­ke Ähn­lich­keit der Pro­duk­te, wel­che für den Ver­brau­cher sub­sti­tu­ier­bar sei­en. Außer­dem spre­che die Ähn­lich­keit der Pro­duk­te­ti­ket­ten dafür, dass die Beklag­te bewusst auf die geschütz­te Bezeich­nung “Pro­sci­ut­to die Par­ma” anspie­le. Auch wenn kei­ne Ver­wech­se­lungs­ge­fahr bestehe, wer­de beim Ver­brau­cher durch Ver­pa­ckung, Eti­ket­tie­rung und Pro­dukt­be­zeich­nung doch gedank­lich ein Bezug zu der Ware her­ge­stellt, die die geschütz­te Anga­be “Pro­sci­ut­to die Par­ma” tra­ge.

Der Senat hat die Revi­si­on zuge­las­sen, unter ande­rem da höchst­rich­ter­lich noch nicht ent­schie­den ist, wie sich der euro­päi­sche Ver­brau­cher bestimmt.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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