, Beschluss vom 31.07.2019

1. Bei der Prü­fung, ob eine wirt­schaft­li­che Ein­heit im Sin­ne der Betriebs­über­gangs­richt­li­nie über­ge­gan­gen ist, ist zuerst zu prü­fen, ob eine bestimm­te Ein­heit als „wirt­schaft­li­che Ein­heit orga­ni­siert war“, was Sache des natio­na­len Gerichts ist. Erst danach schließt sich die Prü­fung an, ob die Vor­aus­set­zun­gen für den Über­gang einer sol­chen Ein­heit erfüllt sind (EuGH 10.12.1998 – verb Rs. C‑173/96 u. C‑247/96 – Hidal­go u.a. – Rn 28f).
2. Die wirt­schaft­li­che Ein­heit muss vor dem Über­gang ins­be­son­de­re über eine aus­rei­chen­de funk­tio­nel­le Auto­no­mie bezo­gen auf die Lei­tung der Arbeit­neh­mer­grup­pe ver­fü­gen (EuGH 06.03.2014 – C‑458/12 – Ama­to­ri Rn. 31f).
3. Auch wenn vor­lie­gend mit der Still­le­gung des Flug­be­trie­bes durch die Frei­stel­lung und Kün­di­gung von über 1.300 Pilo­tin­nen und Pilo­ten schon im Novem­ber 2017 begon­nen wur­de, wer­den aus­nahms­wei­se Nach­teils­an­sprü­che des­we­gen nicht begrün­det, da es zu dem „Ob“ der Betriebs­still­le­gung zu die­sem Zeit­punkt kei­ner­lei rea­lis­ti­sche Alter­na­ti­ve gab.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://www.gerichtsentscheidungen.berlin-brandenburg.de/jportal/portal/t/15yz/bs/10/page/sammlung.psml?doc.hl=1&doc.id=JURE190011769&documentnumber=3&numberofresults=1184&doctyp=juris‑r&showdoccase=1&doc.part=K&paramfromHL=true#focuspoint