(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, dass ein Rei­se­ver­an­stal­ter nach unver­schul­de­tem Unfall beim Hotel­trans­fer Rei­se­preis erstat­ten muss.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 6.12.2016 zu sei­nen Urtei­len vom sel­ben Tage,  Az. X ZR 117/15 und X ZR 118/15.

In bei­den Ver­fah­ren buch­ten die Rei­sen­den bei der Beklag­ten eine Pau­schal­rei­se vom 15. Dezem­ber bis 29. Dezem­ber 2013 in die Tür­kei. Im Rei­se­preis war der Trans­fer vom Flug­ha­fen zum Hotel inbe­grif­fen. Auf die­ser Fahrt kam es zu einem Ver­kehrs­un­fall, bei dem der Trans­fer­bus auf der eige­nen Fahr­spur durch ein ent­ge­gen­kom­men­des Fahr­zeug gerammt wur­de. Die Rei­sen­den erlit­ten zum Teil schwe­re Ver­let­zun­gen. Sie sehen in dem Unfall einen Rei­se­man­gel im Sin­ne des § 651c Abs. 1 BGB und ver­lan­gen von dem beklag­ten Rei­se­ver­an­stal­ter unter ande­rem nach § 651d Abs. 1 BGB die Rück­zah­lung des Rei­se­prei­ses. Das Amts­ge­richt hat den Kla­gen teil­wei­se statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Land­ge­richt in bei­den Fäl­len die Kla­gen ins­ge­samt abge­wie­sen. Es hat das Vor­lie­gen eines Rei­se­man­gels ver­neint und ange­nom­men, der durch den “Geis­ter­fah­rer” ver­ur­sach­te Unfall ver­wirk­li­che ein all­ge­mei­nes Lebens­ri­si­ko der Rei­sen­den, für das der Rei­se­ver­an­stal­ter nicht ein­zu­ste­hen habe.

Auf die Revi­si­on der Klä­ger hat der Bun­des­ge­richts­hof in bei­den Fäl­len die Urtei­le des Land­ge­richts auf­ge­ho­ben und den Rei­se­ver­an­stal­ter zur Erstat­tung des Rei­se­prei­ses ver­ur­teilt. Die Rei­se­leis­tung war ins­ge­samt man­gel­haft, weil es dem Rei­se­ver­an­stal­ter nicht gelun­gen ist, die Rei­sen­den unver­sehrt zu dem gebuch­ten Hotel zu brin­gen und sie des­we­gen auch die wei­te­ren Rei­se­leis­tun­gen nicht in Anspruch neh­men konn­ten. Der Umstand, dass den Rei­se­ver­an­stal­ter kein Ver­schul­den an dem durch den “Geis­ter­fah­rer” ver­ur­sach­ten Unfall traf, ist für die Erstat­tung des Rei­se­prei­ses uner­heb­lich, weil der Rei­se­ver­an­stal­ter die Preis­ge­fahr (d.h. das Risi­ko, den ver­ein­bar­ten Rei­se­preis nicht zu erhal­ten) auch dann trägt, wenn der Rei­se­er­folg durch Umstän­de ver­ei­telt wird, die weder ihm noch dem Rei­sen­den zuge­rech­net wer­den kön­nen.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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