, Beschluss vom 08.05.2019

Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 27 vom 08. Mai 2019

Sky-Bun­des­li­ga-Abo als Wer­bungs­kos­ten

Urteil vom 16.1.2019 VI R 24/16

Die Auf­wen­dun­gen eines Fuß­ball­trai­ners für ein Sky-Bun­des­li­ga-Abo kön­nen Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit sein. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 16. Janu­ar 2019 VI R 24/16 für einen haupt­amt­li­chen Tor­wart­trai­ner im Bereich des Lizenz­fuß­balls ent­schie­den.

Der Klä­ger bezieht als haupt­amt­li­cher Tor­wart­trai­ner eines Lizenz­fuß­ball­ver­eins Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Tätig­keit. Er schloss beim Pay-TV-Sen­der “Sky” ein Abon­ne­ment ab, das sich aus den Pake­ten “Fuß­ball Bun­des­li­ga”, “Sport” und “Sky Welt” zusam­men­setz­te. Den Auf­wand für das Paket „Bun­des­li­ga“ mach­te er als Wer­bungs­kos­ten mit der Begrün­dung gel­tend, dass er die Bun­des­li­ga­spie­le ganz über­wie­gend nur zum Kennt­nis­ge­winn im Zusam­men­hang mit sei­ner Trai­ner­tä­tig­keit schaue. Finanz­amt und Finanz­ge­richt (FG) lehn­ten den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug ab. Das Sky-Bun­des­li­ga-Abon­ne­ment sei immer pri­vat und nicht beruf­lich ver­an­lasst, da der Inhalt des Pakets nicht ver­gleich­bar einer Fach­zeit­schrift auf ein Fach­pu­bli­kum, hier einen haupt­amt­li­chen Fuß­ball­trai­ner, zuge­schnit­ten sei.

Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat der BFH die Vor­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und die Sache an das FG zurück­ver­wie­sen. Wer­bungs­kos­ten sind u.a. Auf­wen­dun­gen für (imma­te­ri­el­le) Wirt­schafts­gü­ter, die unmit­tel­bar der Erle­di­gung beruf­li­cher Auf­ga­ben die­nen. Die Güter müs­sen aus­schließ­lich oder zumin­dest weit­aus über­wie­gend beruf­lich genutzt wer­den. Eine gering­fü­gi­ge pri­va­te Mit­be­nut­zung ist unschäd­lich. Das Vor­lie­gen die­ser Vor­aus­set­zun­gen ist unter Wür­di­gung aller Umstän­de nach der Funk­ti­on des Wirt­schafts­guts im Ein­zel­fall fest­zu­stel­len. Bei einem (Torwart)Trainer eines Lizenz­fuß­ball­ver­eins hielt der BFH eine weit­aus über­wie­gen­de beruf­li­che Nut­zung des Pakets „Bun­des­li­ga“ jeden­falls nicht für aus­ge­schlos­sen. Da das FG dies, ohne wei­te­re Fest­stel­lun­gen zu tref­fen, anders gese­hen hat­te, muss es die­se nach­ho­len. Zur Fest­stel­lung der tat­säch­li­chen Ver­wen­dung des Sky-Bun­des­li­ga-Abon­ne­ments durch den Klä­ger hat der BFH die Ver­neh­mung von Trai­ner­kol­le­gen und von den Spie­lern ange­regt.

sie­he auch: Urteil des VI. Senats vom 16.1.2019 — VI R 24/16 -

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