, Beschluss vom 29.05.2019

Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 33 vom 29. Mai 2019

Steu­er­ermä­ßi­gung wegen Unter­brin­gung in einem Pfle­ge­heim

Urteil vom 3.4.2019 VI R 19/17

Die Steu­er­mä­ßi­gung für Auf­wen­dun­gen, die einem Steu­er­pflich­ti­gen wegen der Unter­brin­gung in einem Heim oder zur dau­ern­den Pfle­ge erwach­sen, kann der Steu­er­pflich­ti­ge nur für sei­ne eige­ne Unter­brin­gung in einem Heim oder für sei­ne eige­ne Pfle­ge in Anspruch neh­men. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 3. April 2019 VI R 19/17 zu § 35a Abs. 2 Satz 2 zwei­ter Halb­satz des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ent­schie­den.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger die Auf­wen­dun­gen sei­ner Mut­ter für deren Auf­ent­halt in einem Senio­ren­heim über­nom­men. Er mach­te die­se Kos­ten, soweit sie auf Pfle­ge und Ver­pfle­gung sei­ner Mut­ter ent­fie­len, gemäß § 35a EStG steu­er­min­dernd gel­tend. Nach § 35a Abs. 2 Satz 1 EStG ermä­ßigt sich die tarif­li­che Ein­kom­men­steu­er für haus­halts­na­he Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se oder für die Inan­spruch­nah­me von haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen auf Antrag um 20 %, höchs­tens 4.000 €, der Auf­wen­dun­gen des Steu­er­pflich­ti­gen. Dies gilt auch für die Inan­spruch­nah­me von Pfle­ge- und Betreu­ungs­leis­tun­gen sowie für Auf­wen­dun­gen, die einem Steu­er­pflich­ti­gen wegen der Unter­brin­gung in einem Heim oder zur dau­ern­den Pfle­ge erwach­sen, soweit dar­in Kos­ten für Dienst­leis­tun­gen ent­hal­ten sind, die mit denen einer Hil­fe im Haus­halt ver­gleich­bar sind (§ 35a Abs. 2 Satz 2 EStG). Finanz­amt und Finanz­ge­richt (FG) gewähr­ten die bean­trag­te Steu­er­ermä­ßi­gung jedoch nicht.

Der BFH bestä­tig­te die FG-Ent­schei­dung. Ein Abzug der gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen gemäß § 35a Abs. 2 Satz 2 zwei­ter Halb­satz EStG kam nicht in Betracht, weil es sich nicht um Kos­ten han­del­te, die dem Klä­ger wegen sei­ner eige­nen Unter­brin­gung in einem Heim oder zu sei­ner eige­nen Pfle­ge erwach­sen sind. Für Auf­wen­dun­gen, die die Unter­brin­gung oder Pfle­ge einer ande­rer Per­so­nen betref­fen, schei­det die Steu­er­ermä­ßi­gung dage­gen aus.

Über den Abzug der Auf­wen­dun­gen bei der Mut­ter des Klä­gers muss­te der BFH im Streit­fall nicht ent­schei­den.

sie­he auch: Urteil des VI. Senats vom 3.4.2019 — VI R 19/17 -

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