Es war nicht ein­fach, aber die Repu­bli­ka­ner kön­nen einen ers­ten legis­la­ti­ven Erfolg fei­ern. Ende letz­ten Jah­res hat der US-Kon­gress die umfas­sends­te Über­ar­bei­tung des ame­ri­ka­ni­schen Steu­er­sys­tems in mehr als drei Jahr­zehn­ten ver­ab­schie­det.

Im inter­na­tio­na­len Ver­gleich ist das US-ame­ri­ka­ni­sche Steu­er­sys­tem bis­her sowohl kom­plex als auch teu­er gewe­sen und sah ins­be­son­de­re einen hohen Steu­er­satz für Unter­neh­mens­ein­kom­men von 35% auf Bun­des­ebe­ne und, unter Beach­tung loka­ler Steu­er­ge­set­ze in bestimm­ten Regio­nen, von bis zu 40% vor. Das neue Steu­er­ge­setz hat dies grund­le­gend refor­miert, wobei die Steu­er­re­form in ers­ter Linie dar­auf abzielt, die US-Wirt­schaft zu sti­mu­lie­ren, indem die Steu­er­last für Unter­neh­mens­in­ves­ti­tio­nen in den USA erheb­lich gesenkt wird.

Die wich­tigs­ten Ele­men­te, um die­ses Ziel zu errei­chen, so die deutsch­stäm­mi­ge Rechts­an­wäl­tin Nad­ja Vietz von Har­ris Bri­cken in Seattle/USA, Mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V., sind eine erheb­li­che Sen­kung der Kör­per­schafts­er­trags­steu­er des Bun­des von 35% auf 21%, die Mög­lich­keit einer sofor­ti­gen steu­er­min­dern­den Abschrei­bung bestimm­ter Kapi­tal­in­ves­ti­tio­nen und eine dras­ti­sche Ände­rung der steu­er­li­chen Behand­lung von im Aus­land erziel­ten Gewin­nen (d.h. die Steu­er­sen­kung auf aus­län­di­sche Gewin­ne). Als wohl wich­tigs­te Neue­rung des Geset­zes  wird die Ver­la­ge­rung von der welt­wei­ten Besteue­rung auf Ter­ri­to­ria­li­tät betrach­tet. Die Reform wird auch die indi­vi­du­el­len Steu­er­sät­ze sen­ken, wenn auch nur vor­über­ge­hend.

Die Anle­ger haben posi­tiv reagiert. Der vor­her­ge­se­he­ne Geschäfts­boom für die USA hat­te den Akti­en­markt schon in den letz­ten Wochen vor der US-Steu­er­re­form in die Höhe getrie­ben, da die USA als Inves­ti­ti­ons­ziel auf­grund der Steu­er­sen­kun­gen für Inves­to­ren — auch deut­sche — noch attrak­ti­ver wur­de. Mit der ver­ab­schie­de­ten Steu­er­re­form in den USA wird zudem ein welt­wei­ter Steu­er­wett­be­werb ganz neu­er Qua­li­tät erwar­tet.

Für EU-Staa­ten sind die USA der wich­tigs­te Part­ner für aus­län­di­sche Direkt­in­ves­ti­tio­nen. Zwi­schen 2008 und 2012 belief sich der jähr­li­che Bestand an euro­päi­schen Direkt­in­ves­ti­tio­nen in den USA auf durch­schnitt­lich 1,35 Bil­lio­nen EUR. Wäh­rend bis­he­ri­ge Ana­ly­sen nur vor­sich­ti­ge Vor­her­sa­gen über die Aus­wir­kun­gen der Steu­er­re­form auf Inves­ti­tio­nen und Wachs­tum machen, deu­ten Stu­di­en zu frü­he­ren Refor­men dar­auf hin, dass die jet­zi­ge Reform Direkt­in­ves­ti­tio­nen in den USA (v.a. aus Hoch­steu­er­län­dern wie Deutsch­land) und US-Inves­ti­tio­nen im Aus­land för­dern wird.

Deut­sche Unter­neh­men mit star­kem USA-Geschäft wer­den laut Vietz beson­ders pro­fi­tie­ren und erhöh­te Inves­ti­tio­nen in die USA wer­den die Fol­ge sein. Abge­se­hen von gewis­sen Ein­schrän­kun­gen dürf­ten vor allem deut­sche Akti­en­ge­sell­schaf­ten mit star­kem Geschäft in den USA pro­fi­tie­ren. Wenn US-Toch­ter­ge­sell­schaf­ten nach Steu­ern mehr ver­die­nen, kön­nen sie mehr Gewinn aus­schüt­ten bzw. für Inves­ti­tio­nen ver­wen­den, was die Pro­fi­ta­bi­li­tät für deut­sche Unter­neh­men mit US-Geschäft natür­lich beträcht­lich erhöht.

Fall­stri­cke sind zu beach­ten. So kann es bei bestimm­ten Zah­lun­gen zu höhe­ren Belas­tun­gen für die Toch­ter­ge­sell­schaft in den USA kom­men, wäh­rend die Kon­zern­mut­ter nach dem deut­schen Außen­steu­er­recht voll besteu­ert wird. Vietz rät daher nach wie vor, Inves­ti­tio­nen in die USA mit Sorg­falt zu pla­nen.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Nad­ja Vietz
Attor­ney-at-Law/­Rechts­an­wäl­tin
Har­ris Bri­cken
Seattle/USA
Tel. direkt aus D.: 001 425 233‑8506
Email: nadja@harrisbricken.com