(Kiel) Umgangs­sprach­lich wer­den von Arbeit­neh­mern Werk­ta­ge oft mit Arbeits­ta­gen ver­wech­selt. Wenn Arbeit­neh­mer mit einer 5‑Ta­ge-Woche dann im Arbeits­ver­trag lesen, der Jah­res­ur­laub betra­ge 30 Werk­ta­ge, gehen sie oft­mals davon aus, dass ihnen dann sechs Wochen Jah­res­ur­laub zuste­hen. Denn bei einer 5‑Ta­ge-Woche füh­ren ja 30 Urlaubs­ta­ge zu sechs Urlaubs­wo­chen.

Die­se Ansicht, so der der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. in Kiel, ist jedoch meist falsch.

So hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt in einer  jetzt ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung vom 21.05.2019, Az. 6 Sa 87/15 wie­der bestä­tigt, dass Arbeits­ta­ge nicht gleich Werk­ta­ge sind. Die nach § 3 Abs. 2 Bun­des­ur­laubs­ge­setz gel­ten als Werk­ta­ge alle Kalen­der­ta­ge, die nicht Sonn- oder gesetz­li­che Fei­er­ta­ge sind. Damit habe eine Kalen­der­wo­che sechs Werk­ta­ge, auch wenn der Arbeit­neh­mer nur fünf Arbeits­ta­ge habe. Ein Urlaubs­an­spruch von 30 Werk­ta­gen müs­se des­halb auf eine 5‑Ta­ge-Woche umge­rech­net wer­den. Dies füh­re dann zu einem Urlaubs­an­spruch von 25 Arbeits­ta­gen.

Damit hat ein Voll­zeit­ar­beit­neh­mer mit 5‑Ta­ge-Woche, in des­sen Arbeits­ver­trag 30 Werk­ta­ge als Urlaub ver­ein­bart sind, Anspruch auf 25 Arbeits­ta­ge Urlaub, somit einen Anspruch auf fünf Wochen Jah­res­ur­laub je Kalen­der­jahr.

Fach­an­walt für Arbeits­recht Henn emp­fiehlt des­halb allen Arbeit­neh­mer drin­gend, bei der Prü­fung von Arbeits­ver­trä­gen auf die­se unter­schied­li­chen Begrif­fe zu ach­ten und im Zwei­fels­fall beim Arbeit­ge­ber nach­zu­fra­gen, wie die Rege­lung gemeint sei.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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Micha­el Henn
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Fach­an­walt für Erbrecht
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