, Beschluss vom 19.03.2019

ZPO § 144 Abs. 1 Satz 1a)

Es steht im pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen des Gerichts, ob es nach § 144 Abs. 1 Satz1 ZPO ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ohne Antrag des Beweis­pflich­ti­gen von Amts wegen ein­holt; dies befreit die Par­tei jedoch nicht von ihrer Dar­le­gungs-und Beweis­last (im Anschluss an BGH, Urteil vom 9. Dezem­ber 2014 ‑X ZR 13/14, juris Rn. 34).b) Daher ist es regel­mä­ßig nicht ermes­sens­feh­ler­haft, wenn der Tatrich­ter, nach­dem er zuvor auf die Erfor­der­lich­keit eines ent­spre­chen­den Beweis­an­trags hin­ge­wie­sen hat, wegen des offen aus­ge­spro­che­nen ent­ge­gen­ste­hen­den Wil­lens der beweis­be­las­te­ten Par­tei von der Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens von Amts wegen absieht.

ZPO § 531 Abs. 2 Satz 1a)

Nach der Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits durch das Revi­si­ons­ge­richt darf das Beru­fungs­ge­richt in der wie­der­eröff­ne­ten Beru­fungs­ver­hand­lung auch neue An-griffs-und Ver­tei­di­gungs­mit­tel in den Gren­zen des § 531 Abs. 2 Satz1 ZPO zulas­sen (im Anschluss an BGH, Urteil vom 2. April 2004 ‑V ZR 107/03, NJW 2004, 2382 unter II 4 a; Beschluss vom 23. August 2016 ‑VIII ZR 178/15, NJW-RR 2017, 72 Rn. 19).b) Eine feh­ler­haf­te Berück­sich­ti­gung von neu­em Tat­sa­chen­vor­trag durch das Beru­fungs­ge­richt unter­liegt nicht der revi­si­ons­recht­li­chen Nach­prü­fung (st. Rspr.; vgl. BGH, Urtei­le vom 6.Dezember2007 — III ZR 146/07, NJW-RR 2008, 459 Rn. 10; vom 2. März 2005 ‑VIII ZR 174/04, NJW-RR 2005, 866 unter II 1; jeweils mwN).

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&Seite=3&nr=93549&pos=117&anz=581