a) Der Anwalt muss durch all­ge­meine Anweisung im Rah­men der Büroor­gan­i­sa­tion sich­er­stellen, dass bei Ein­tra­gung ein­er Rechtsmit­tel­be­grün­dungs­frist in den Fris­tenkalen­der zugle­ich eine aus­re­ichende Vor­frist einge­tra­gen wird; unter dieser Voraus­set­zung kann er, wenn in der Han­dak­te die Haupt­frist notiert und ein Erledi­gungsver­merk über die Ein­tra­gung in den Fris­tenkalen­der enthal­ten ist, grund­sät­zlich davon aus­ge­hen, dass bei der Ein­tra­gung auch die Vor­frist weisungs­gemäß ermit­telt und in den Fris­tenkalen­der über­nom­men wor­den ist.

b) Ist eine Rechtsmit­tel­be­grün­dungs­frist ver­säumt wor­den, nach­dem die in der Han­dak­te notierte Haupt­frist unzutr­e­f­fend in den Fris­tenkalen­der über­tra­gen wor­den ist, so ist bei der Prü­fung, ob die unterbliebene Notierung ein­er Vor­frist die Ver­säu­mung der Frist verur­sacht hat, davon auszuge­hen, dass die Vor­frist durch eine von der (unzutr­e­f­fend) einge­tra­ge­nen Haupt­frist aus­ge­hende Rück­rech­nung ermit­telt und einge­tra­gen wor­den wäre (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 12. April 1988 — VI ZB 5/88, juris Rn. 7, insoweit in Ver­sR 1988, 941 nicht abge­druckt)

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/recht…